Synodalwahl: Lebendige Gemeinde verliert an Sitzen

  • img
    Die Böblinger Stadtkirche / Foto: Bischof/Archiv

Die Mitglieder der Evangelischen Landeskirche in Württemberg haben am Sonntag nicht nur ihre jeweiligen Kirchengemeinderäte gewählt, sondern auch eine neue Landessynode. Die Synode beschließt über die Finanzen der Landeskirche, verabschiedet Gesetze und wählt den Landesbischof. Die bislang stärkste Gruppe, die Lebendige Gemeinde, hat Sitze verloren - auch in den Wahlkreisen Böblingen-Herrenberg und Leonberg-Ditzingen.

Artikel vom 02. Dezember 2019 - 14:12

Aus dem Wahlkreis 18 (Böblingen-Herrenberg) werden vier Vertreter (drei Laien, ein Theologe) entsendet, wobei sich die Kräfteverhältnisse zwischen den Gesprächskreisen verschoben haben. Die Offene Kirche schickt mit der Sindelfinger Pfarrerin Heidi Hafner und dem Herrenberger Diakon Johannes Söhner jetzt zwei Vertreter in das Gremium.

Der neue Laien-Vertreter der Lebendigen Gemeinde ist der Jurist Christoph Müller. Er bekam mit 14 871 Stimmen zwar den meisten Zuspruch, bleibt aber im Wahlkreis Böblingen-Herrenberg diesmal der einzige Vertreter der Gruppe. Bislang hatte dieser Gesprächskreis auch einen Theologen nach Stuttgart gesandt. Doch Heidi Hafner (7168 Stimmen) setzte sich knapp gegen Thomas Wingert durch. Der ehemalige Pfarrer der Kirchengemeinde Oberjettingen und jetzige Zeltkirchenpfarrer hatte seit 2001 der Landessynode angehört. Der Sindelfinger Pfarrer Jens Schnabel (Kirche für morgen) kam auf 4884 Stimmen.

Das Viererfeld komplettiert die Diplom-Sozialpädagogin Marion Blessing aus Holzgerlingen (13375 Stimmen). Die Laien-Vertreterin von der Kirche für Morgen wurde wiedergewählt. Die Kandidatin für Evangelium und Kirche, Ulrike Krusemarck, kam dagegen nur auf 10 105 Stimmen. Die Co-Leiterin des Hauses der Familie in Sindelfingen schaffte es damit nicht in die Synode. Die Wahlbeteiligung lag in Böblingen-Herrenberg bei 24,7 Prozent und damit knapp zwei Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt.

Bei der Synodalwahl im Wahlbezirk 6 (Ditzingen-Leonberg) wurde die Heimsheimerin Angelika Klingel (Offene Kirche) mit 10775 Stimmen sowie die Weil der Städterin Ute Mayer (Lebendige Gemeinde) mit 9 915 Stimmen als Laien gewählt sowie Pfarrer Burkhard Frauer (Evangelium und Kirche) mit 8033 Stimmen als Theologe in die Landessynode. Der Ditzinger Pfarrer war zuvor in Aidlingen tätig.

Die Wahlbeteiligung lag bei 25,06 Prozent (2013: 26,4 Prozent) und damit leicht über dem Landeskirchendurchschnitt von 22,9 Prozent (2013: 24,3 Prozent). Vikar Sebastian Bugs (Kirche für morgen) ist mit 8263 Stimmen Ersatzkandidat beziehungsweise Nachrücker für einen Laiensitz, Pfarrer Gottfried Holland (Lebendige Gemeinde) mit 6223 Stimmen Ersatzkandidat beziehungsweise Nachrücker für den Theologensitz. Der Gesprächskreis „Lebendige Gemeinde“ verliert damit den Theologensitz an „Evangelium und Kirche“. Angelika Klingel und Ute Mayer waren schon in der letzten Synode als Abgeordnete des Wahlbezirks vertreten.

Den Wahlbezirk Ditzingen-Leonberg hat es bei dieser Kirchenwahl letztmalig gegeben. Die Fusion der Kirchenbezirke Ditzingen und Vaihingen zum 1. Januar 2020 hat auch zur Folge, dass das kirchliche Wahlgesetz geändert wird. Bei der nächsten Kirchenwahl 2025 wird es einen Wahlbezirk Vaihingen-Ditzingen geben. Leonberg wird mit Mühlacker einen Wahlbezirk bilden.

Lebendige Gemeinde hat Sitze verloren

Insgesamt sitzen in der Landessynode 90 Synodale: ein Drittel Pfarrer und zwei Drittel Laien. Nachdem die Lebendige Gemeinde einige Sitze verloren hat, ist die Offene Kirche jetzt gleich auf (jeweils 31). Evangelium und Kirche kommt auf 16, die Kirche für Morgen wächst deutlich auf nun zwölf Köpfe.

Verwandte Artikel