Rotes Kreuz: Kreis-Präsident fordert Ehrenamtskarte

  • img
    Zufrieden mit der Bilanz des Kreis-DRK (von links): Kreisbereitschaftsleiter Rainer Kegreiss, Präsident Michael Steindorfner und Schatzmeister Wolfgang Frank. Foto: red

Die Einführung einer Ehrenamtskarte in Baden-Württemberg hat Michael Steindorfner, der Präsident des DRK-Kreisverbandes Böblingen, bei der Kreisversammlung seines Verbandes in der Festhalle Magstadt gefordert.

Artikel vom 10. November 2019 - 18:00

MAGSTADT (red). Unter dem Beifall der Delegierten aus den 24 DRK-Ortsvereinen im Landkreis Böblingen zitierte Steindorfner laut Pressemitteilung die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, Gerda Hasselfeld, mit den Worten: "Das Ehrenamt ist ein zentrales Fundament unserer Gesellschaft. Eine solche Ehrenamtskarte wäre ein Signal an alle, dass freiwilliges Engagement von der Gesellschaft auch anerkannt wird."

Michael Steindorfner betonte, ohne das selbstlose und freiwillige Wirken der ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger würde der Staat in zahllosen Bereichen, insbesondere auf sozialem Gebiet, der Fürsorge und Vorsorge, des Beistandes und der Solidarität, überhaupt nicht mehr funktionieren. Deshalb unterstütze und fördere die öffentliche Hand auch die entsprechenden Einrichtungen, was er ausdrücklich anerkennen und nicht kleinreden wolle. "Aber warum dankt man bei uns in Baden-Württemberg das nicht auch denen, die diesem Ehrenamt ein Gesicht geben und es mit Leben ausfüllen?", fragte der Präsident.

Mit Blick auf die Ehrenamtskarte in Bayern kann sich Michael Steindorfner auch in Baden-Württemberg Vergünstigungen bei Eintrittskarten für staatliche Einrichtungen wie Museen, Burgen und Schlösser, beim Besuch von Kultur- und Freizeiteinrichtungen, bei Sportveranstaltungen oder Ermäßigungen im öffentlichen Nahverkehr vorstellen. "Der Möglichkeiten gibt es viele, diese Ehrenamtskarte entsprechend auszugestalten. Das Rote Kreuz steht als Ideengeber sehr gerne zur Verfügung", erklärte Steindorfner.

Der Präsident des DRK-Kreisverbandes Böblingen unterstrich in diesem Zusammenhang, dass es bei der Einführung der Ehrenamtskarte weder um einen finanziellen Ausgleich, noch um persönliche Vorteile gehe. "Nein, es geht um ein Dankeschön, um eine Wertschätzung und eine Anerkennung dieses ehrenamtlichen Engagements für das Gemeinwohl."

Steindorfners Appell an die politisch Verantwortlichen in Baden-Württemberg, die Initiative für eine solche Ehrenamtskarte auch bei uns im Land zu ergreifen, fiel auf fruchtbaren Boden. So versprach die Grünen-Landtagsabgeordnete Thekla Walker, die auch stellvertretende Vorsitzende und finanzpolitische Sprecherin ihrer Fraktion ist, in einem Grußwort, die Anregung Steindorfners in ihre Arbeit aufzunehmen und Gespräche mit den kommunalen Spitzenverbänden darüber zu führen. Sie bezeichnete die Ehrenamtskarte als "sehr gute Idee". Ihre Einführung sei überfällig.

Tatkräfte Unterstützung sagte ebenfalls der CDU-Bundestagsabgeordnete Marc Biadacz zu. Er ermutigte seine Kolleginnen und Kollegen im Landtag, "Gas zu geben" und eine Ehrenamtskarte einzuführen. Es gehe um Anerkennung, Wertschätzung und ein "Dankeschön" für das ehrenamtliche Wirken, wie es Präsident Steindorfner ausgeführt habe. Biadacz will die Gedanken Steindorfners in seine politische Arbeit in Berlin einfließen lassen und sich für die bundesweite Einführung einer Ehrenamtskarte einsetzen.

yxafffsadfada

fefef

Im weiteren Verlauf seiner Grußadresse plädierte Marc Biadacz für die Einführung eines auf ein Jahr befristeten bundesweiten "Gesellschaftsdienstes". Dabei sollten die jungen Menschen dem Staat und damit der gesamten Gesellschaft etwas davon zurück geben, was sie selbst bereits an Möglichkeiten empfangen hätten. Steindorfner begrüßte diese Anregung und wies darauf hin, dass er sich vor rund zweieinhalb Jahren in einem Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Biadacz dafür ausgesprochen habe, ein "verpflichtendes soziales Jahr" einzuführen. Biadacz habe dabei zu erkennen gegeben, dass er persönlich den Zivildienst am liebsten wieder einführen würde.

In seinem Rechenschaftsbericht über das Jahr 2018 hatte Michael Steindorfner die "imposante Angebots- und Leistungsbreite" des Roten Kreuzes im Landkreis Böblingen aufgezeigt. Steindorfner bezeichnete den DRK-Kreisverband Böblingen "als einen der erfolgreichsten und bestens aufgestellten Kreisverbänd" in Baden-Württemberg und darüber hinaus. Diese Aussage wurde später von Wolfgang Haalboom, dem Vizepräsidenten des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg, bestätigt.

Die positive Leistungsbilanz, heißt es weiter, wurde durch die Berichte der Gemeinschaften bestätigt, die Kreisbereitschaftsleiter Rainer Kegreiss vortrug. Das betreffe sowohl das Jugendrotkreuz, als auch die Wohlfahrts- und Sozialarbeit sowie die Bereitschaften. Wobei Kegreiss allerdings Klage darüber führte, dass der Digitalfunk immer noch nicht eingeführt worden sei. Angemahnt wurden von ihm ferner nicht ausreichende Mittel für den Katastrophenschutz. Außerdem stellte er zunehmende Behinderungen, Beleidigungen oder tätliche Angriffe bei Hilfeleistungen fest. Hier forderte Kegreiss mehr Anerkennung und Verständnis für die Arbeit der Hilfs- und Rettungsdienste durch die Bevölkerung und den Staat.

Schatzmeister Wolfgang Frank berichtete den Delegierten und Gästen, dass der DRK-Kreisverband Böblingen sich auf solider finanzieller Grundlage weiter entwickelt habe. So stieg die Bilanzsumme des Kreisverbandes und seiner Tochtergesellschaften auf nunmehr 60,6 Millionen Euro - 1,8 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor.

Verwandte Artikel