Böblingen: Pflegedienste wollen auf Busspur fahren dürfen

Böblinger Fraktion SPD+Linke will Bus- und Taxispuren öffnen

Artikel vom 05. November 2019 - 16:00

BÖBLINGEN (red). Die Fraktion SPD+Linke im Gemeinderat hat den Antrag gestellt, dass die Fahrzeuge der ambulanten Pflegedienste mit Bussen und Taxen im Straßenverkehr gleichgesetzt werden. Sie sollen damit in Böblingen die Erlaubnis erhalten, eingeschränkt befahrbare Straßen - die bisher nur für Taxis und Busse freigegeben sind - zu nutzen, schnellstmöglich zu den Patienten zu gelangen. Prominentestes Beispiel hierfür ist die Talstraße. Auch die Nutzung von Busspuren sollte grundsätzlich in Zukunft möglich sein.

Der Antrag wurde maßgeblich von Stadträtin Birgit Häberle erstellt, die tagtäglich als ambulante Pflegefachkraft in Böblingen unterwegs ist. "Die katastrophale Verkehrssituation in Böblingen hat auch Konsequenzen, die auf den ersten Blick nicht gleich ersichtlich sind. So ist es für uns in der ambulanten Pflegedienste mitunter nicht mehr möglich, in angemessener Zeit unsere Patientinnen und Patienten anzufahren und zu versorgen," so Stadträtin Birgit Häberle. Viele Patienten benötigen jedoch ihre Medikamente zu festen Uhrzeiten - das bedeute in Zeiten des Verkehrschaos in Böblingen für das Pflegepersonal zusätzliche Belastung und Druck. Frühere Zeitpläne seien nicht mehr einzuhalten. "Die Situation ist für Patienten wie Pflegekräfte kaum zumutbar, deswegen fordern wir, dass für die Ambulante Pflege zumindest die gleichen Ausnahmegenehmigungen wie für Taxis und Busse gelten sollen."

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