Humor: Pöser Schelm sagt Böbblingen

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    Stefan Klucke (links) und Dirk Pursche / Foto: Stefanie Schlecht

Artikel vom 27. September 2019 - 17:24

Zwischen Böblingen und Brandenburg gibt es so manche Parallelen. Das meinte jedenfalls Stefan Klucke (links im Bild, Foto: S. Schlecht) vom Potsdamer Kabarett-Duo Schwarze Grütze bei seinem Auftritt im Theater Altes Amtsgericht. Unter anderem haben die Schwaben mit den Brandenburgern wohl den ruppigen Charme gemeinsam. In beiden Bundesländern trägt man "die Faust auf der Zunge", wie Klucke in einem Lied singt. Gemeinsam haben Brandenburg und Böblingen auch das Doppel-B im Namen. Offenbar haben die zwei Bs es dem Künstler ganz besonders angetan, denn statt Böblingen (mit langem Ö) sprach Klucke konsequenter- aber irgendwie auch irritierenderweise immerzu von "Böbblingen" (mit Doppel-B). Vielleicht liegt es am kantigen brandenburger Dialekt, dass der Wortkünstler das schwäbisch-behäbige "Böb" in ein preußisch-zackiges "Böpp" umwandeln musste. Sein Bühnenpartner wollte ihn während des Auftritts sogar darauf hinweisen, drang aber irgendwie nicht zu ihm durch. Ironischerweise leidet der gute Mann selbst unter einer akuten Konsonantenverschiebung. Der Arme heißt nämlich Dirk Pursche und man muss kein "pöser Schelm" sein, um sich denken zu können, dass da vor ein baar Generationen beim Botsdamer Bassamt mal ein pisschen was schief gegangen ist. Aber zurück zu Klucke (dessen Vorfahr sicher in Wahrheit Glucke hieß und seine Geburtsurkunde wohl beim selben Passamt stempeln ließ): Vielleicht hatte seine merkwürdige Aussprache ja ganz andere Gründe. Wo Klucke zum Mittagessen war und was er dort gegessen hat, ist zwar nicht überliefert. Die Bonbonfabrik hat da aber eine Theorie: Womöglich gab es Rosenkohl in einem ur-schwäbischen Restaurant. Denn wie sagt der Schwabe zu dem kleinen, runden Grünzeugs? Richtig: Böbbeles-G'mias! Und wenn das die Sache nicht erklärt, dann hätten wir da noch eine andere Theorie. Die hat mit den Böbicons zu tun, jenen bunten Emoji-Kugeln, die einem auf der Böblinger Homepage oder allen möglichen Schildern und Plakaten begegnen, ohne dass jemand wirklich weiß, was genau es damit auf sich hat. "Watt soll'n dett sein?", könnte Klucke gefragt haben. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat er dabei einen Böblinger Ur-Einwohner angesprochen, der das selbst nicht weiß. Was also dürfte ein Ur-Schwabe dem Brandenburger geantwortet haben? Ist doch logisch: "Ha, des isch halt an Böbbel." Noch Fragen? Nein? Fein. Dann wäre das ja geklärt.

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