SPD/Linke wollen Europa-Büro auf dem Rathaus

Internationales Engagement Böblingens soll stärker werden

Artikel vom 12. September 2019 - 17:30

BÖBLINGEN (red). Die Fraktionsgemeinschaft SPD/Linke im Böblinger Gemeinderat möchte, dass die Stadt auf europäischer Ebene aktiver wird und stellt deshalb den Antrag auf ein Europa-Büro. Diese Koordinierungsstelle solle unter anderem die Bürgerschaft beraten, Europaprojekte entwickeln, eine mögliche Mitgliedschaft Böblingens in dem Städtenetzwerk "Eurotowns" vorbereiten, internationaler Kontakte und vor allem die Verbindung zu den Partnerstädten pflegen. Deshalb müsse die Stelle der Partnerstadtbeauftragten wesentlicher Teil des neuen Büros werden, das im Umfeld des Oberbürgermeisters angesiedelt sein soll.

"Es ist nicht zu übersehen, dass der Einfluss der EU auf die Arbeit von Kommunen und den Lebensalltag jedes Einzelnen wächst", begründet Fraktionssprecher Florian Wahl den Antrag, "Ziel des neuen Büros soll deshalb sein, die Stadt europafit zu machen." Dazu gehöre, möglichst viele Vorteile für die Stadt und ihre Einwohner zu erwirken. "Netzwerkarbeit, Fördermittelakquise und Informationsweiterleitung sollen helfen, die mannigfachen positiven Seiten eines geeinten Europas aufzuzeigen und zu nutzen."

Das friedliche Zusammenleben sei keine Selbstverständlichkeit und müsse deshalb gepflegt werden. "Während meine beiden Großväter noch im Zweiten Weltkrieg kämpfen mussten, durfte meine Generation und viele anderen jungen Menschen an Partnerschaftsolympiaden teilnehmen und so mit Jugendlichen aus den europäischen Partnerstädten Sport treiben, feiern, lachen und Freundschaften bilden", betont Wahl. Weil das Friedensprojekt Europa in den letzten Jahren von Populisten, Rechtsextremisten und Nationalisten herausgefordert werde, müsste auch kommunal gehandelt werden.

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