73 000 Radler auf der Schnelltrasse nach Stuttgart

Die Radverbindung ist seit Ende Mai in Betrieb - Landkreis präsentiert erste Bilanz

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    Rasch durch den Wald: Über 900 Radler pro Tag haben bisher den neuen Radweg nach Stuttgart benutzt Foto: Thomas Bischof

Ende Mai 2019 wurde mit der Radschnellverbindung von Böblingen/ Sindelfingen nach Stuttgart der erste Radschnellweg im Land seiner Bestimmung übergeben. Seither sind dort rund 73 000 Fahrten gezählt worden.

Artikel vom 22. August 2019 - 14:30

BÖBLINGEN/SINDELFINGEN (red/mis). "Die acht Kilometer lange Strecke ermöglicht es Pendlern, ohne Stau und Stress unterwegs zu sein, die Strecke zügig und sicher zurückzulegen und nebenbei noch die gute Waldluft zu genießen", schreibt das Landratsamt in einer Pressemitteilung. Auch für den Freizeitradverkehr biete sich auf dem Weg durch den Wald eine attraktive Route.

Im Zuge der Baumaßnahmen auf der Römerstraße wurde im Bereich zwischen der Kampfmittelbeseitigung und der Brücke über die Autobahn ein Zählgerät installiert, das den Radverkehr rund um die Uhr erfasst. "Die Auswertung im Zeitraum seit der Eröffnung liefert erfreuliche Ergebnisse", sagt Landrat Roland Bernhard. Bis zum 18. August wurde der Radschnellweg von 72 977 Personen genutzt. Das sind 924 Fahrten pro Tag. "Positiv ist zudem, dass der Mischverkehr der verschiedenen Verkehrsteilnehmer nach unserem Kenntnisstand bisher gut funktioniert", erklärt der Landrat weiter.

Die Stoßzeiten auf dem Radschnellweg sind wochentags zwischen 6 und 9 Uhr und nachmittags zwischen 16 und 19 Uhr. An Werktagen werden zwischen 900 und 1200 Fahrradfahrten gezählt, der Spitzenwert an einem Werktag wurde am 16. Juli mit 1267 Fahrten verzeichnet.

Kritik gibt es seit der Fertigstellung immer wieder an der Stelle, wo der Radschnellweg in Böblingen die Panzerstraße im Bereich der Römerstraße/Waldburgstraße quert. Die Radler müssen derzeit die viel- und schnell befahrene Straße über eine Fußgängerfurt in der Fahrbahnmitte überwinden. Dass dies gefährlich ist und nicht zur Attraktivität des neuen Radweges beiträgt, hat auch das Landratsamt erkannt. Dort herrsche noch "Optimierungspotenzial", heißt es. Der Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistags wird deshalb in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause über entsprechende Planungen beraten, die über die neu erstellte Querungshilfe hinausgehen sollen. Favorisiert wird der Bau einer Brücke, die den Gefahrenpunkt überwinden soll.

Der Radschnellweg ist laut Landrat ein Mosaikstein, um die in der Radverkehrskonzeption verankerten Ziele zu erreichen. "Wir wollen bis 2025 einen Radverkehrsanteil von 20 Prozent des Gesamtverkehrsaufkommens erreichen", betont Roland Bernhard.

Die Weiterführung des Radschnellwegs im Landkreis ist ebenfalls schon beschlossene Sache. Der Baubeginn für die Verbindung Böblingen - Ehningen ist für Herbst 2019 geplant, die Fertigstellung wird im Frühjahr 2020 angestrebt.

Im Jahr vergangenen Jahre 2018 wurde mit finanzieller Unterstützung des Landes-verkehrsministeriums im Auftrag der Landkreisverwaltung eine Machbarkeitsstudie zu Radschnellverbindungen im Landkreis erstellt. Diese Studie ist nun fertig gestellt und befindet sich in Abstimmung mit den beteiligten Kommunen. Ergänzt werden soll die Studie demnächst um die Beurteilung einer Radverkehrsachse, die Leonberg und Stuttgart miteinander verbindet.

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