Kommentar: Aufreger

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    uf einem Hochhaus in der Amsterdamer Straße in Böblingen thront seit Kurzem ein neuer Mobilfunkmast - zum Ärger der Anwohner. Sie kritisieren die fehlende Information durch die Behörden. Manche sind verunsichert, befürchten gar gesundheitliche. Foto: Archiv

Artikel vom 07. August 2019 - 16:30

Von Robert Krülle

Vor 13 Jahren protestierten bereits verärgerte Bürger gegen Mobilfunkmasten, unter anderem in Altdorf und auf der Diezenhalde - erfolgreich. Hinter vorgehaltener Hand beklagen sich heute einige Anwohner über den schlechten Handyempfang vor Ort - was das ganze Dilemma zeigt. Fortschrittliche Technik hier, gesundheitliche Bedenken dort: Diese beiden Pole passen selten zusammen. Wobei speziell die Angst vor der "unsichtbaren Gefahr" psychologisch große Kraft entfaltet. Auch bei der Umsetzung des 5G-Standards sind Konflikte zu erwarten. Aktuell wehrt sich zum Beispiel die Bürgerinitiative "Rohrer Höhe" gegen einen neuen 25-Meter-Mast in Stuttgart-Rohr. Doch müssen sich die Fronten derart verhärten? Jedenfalls würde eine rechtzeitige Information und pragmatische Moderation der Sache gut tun. Hier sind die Behörden gefragt. Sich gegenseitig die Verantwortung zuzuschieben, ist zu billig. Letztlich sollten die Stadtverwaltungen ihre Bürger über den Stand der Dinge, die Gefahren und Sicherheitsbestimmungen in Kenntnis setzen. Nur so besteht die Chance, dass ein Großteil der möglicherweise skeptischen Anwohner sich ernst genommen fühlt und überzeugen lässt. Dass nicht alle Kritiker verstummen, ist dabei auch klar - das muss man bei solchen Themen in Kauf nehmen.

 

 

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