Unterschiedliche Positionen prallen aufeinander

Vielfältige Gesellschaft und Bildungspolitik: Podiumsdiskussion am Böblinger Otto-Hahn-Gymnasium mit regionalen Politikern

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    Herzlich willkommen: Vielfältige Diskussion am Otto-Hahn-Gymnasium Foto: Archiv

Artikel vom 24. Juni 2019 - 15:54

Von Nicole Wölfle

BÖBLINGEN. Was zeichnet eine vielseitige und bunte Gesellschaft aus? Wie sollte die Bildungspolitik ablaufen? Wo gibt es in unserer Gesellschaft Probleme? Diese und viele andere Fragen wurden zahlreichen Politikern gestellt, die sich unlängst zu einer Podiumsdiskussion am Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) versammelt hatten. Alle Schüler waren eingeladen, bei der Debatte zuzuschauen und Fragen zu stellen.

In der Diskussion waren alle Parteien vertreten, die im Bundestag sitzen. Geleitet wurde die Veranstaltung von zwei Schülern der Klassenstufe 10, Max Kissel und Luisa Argiriadis. Zu Beginn stellten sich alle Politiker vor. Von der SPD war die stellvertretende Landesvorsitzende Jasmina Hostert anwesend, für die CDU sprach Pascal Panse. Die Linke wurde von Gitte Hutter, die Grünen von Heidrun Behm vertreten. Zudem beteiligten sich die Landtagsabgeordneten Gabriele Reich-Gutjahr (FDP) aus Stuttgart und Klaus Dürr (AfD) aus Calw.

Bereits beim ersten Eröffnungsstatement trafen verschiedene Positionen aufeinander. Während Jasmina Hostert Vielfalt nicht nur mit Nationalität verbindet, sondern auch in vielen anderen Lebensbereichen wiedererkennt, sieht Reich-Gutjahr von der FDP vor allem in Sprache und Hautfarbe Kriterien dafür. Vielfalt gehe allerdings heutzutage auch häufig Hand in Hand mit Rassismus, was Hostert schon selbst erleben musste, wie sie erzählte. Heidrun Behm unterstrich diese These: Rassismus entstehe nur dann, wenn man etwas Fremdes nicht kenne. Deshalb wäre es ihrer Meinung nach wichtig, dass man sich mit dem "Fremden" auseinandersetzt und es kennenlernt.

Soll Bildung von den Ländern oder auf Bundesebene geregelt werden?

Die anschließende Debatte beschäftigte sich mit allgemeinen Stereotypen, anonymen Bewerbungsverfahren, Begegnungen, Chancengleichheit und den verschiedenen Sprachen. Hostert betonte mehrmals, dass es sehr wohl Rassismus gebe und man dagegen ankämpfen müsse, während Klaus Dürr die Meinung vertrat, dass Menschen ausschließlich nach ihren Fähigkeiten beurteilt würden. In der Debatte wurden zahlreiche Positionen ausgetauscht und auch die Zuschauer bekamen die Möglichkeit, ihre Meinung zu äußern und Fragen direkt zu stellen.

Nach guten 90 Minuten ging es mit dem zweiten Debattenthema weiter. Dabei stand die Frage nach der richtigen Bildungspolitik und vor allem dem einheitlichen Abitur im Vordergrund. Soll die Bildung von den Bundesländern oder auf Bundesebene geregelt werden? Auch hierzu fanden sich die unterschiedlichsten Positionen. Einen Kompromiss sieht Pascal Panse in einem einheitlichen Abitur, aber unterschiedlichen Bildungsplänen. Hutter bestand auf einen einheitlichen Bildungsplan für ganz Deutschland, während Dürr die Vielfalt und auch Konkurrenz zwischen den Bundesländern positiv bewertete.

Anschließend debattierten die Politiker über die Bedeutung von Kitas, den Lehrermangel und die Kompetenzen, die im Bildungsplan vermittelt werden sollten. Dabei wurde vor allem das Publikum einbezogen. So fragte Reich-Gutjahr direkt die anwesenden Schüler, was sie sich in einem guten Bildungsplan erhoffen würden und wo sie noch Ergänzungen vornehmen würden.

Am Ende der Podiumsdiskussion bedankten sich die verantwortlichen Lehrer Saskia Lehmann und Andreas Uhl bei den Politikern. Sie hatten den Organisatoren der Schülerschaft zur Seite gestanden. Auch in Anschluss konnten die Jugendlichen noch auf die Politiker zugehen und ihnen weitere Fragen stellen.

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