Böblinger Brezeln adieu

  • img
    Foto: Archiv

Artikel vom 11. Mai 2019

Böblinger Brezeln adieu: Die Berichterstattung über das Ende der Bäckerei Pfaff haben wir mit dem Autor Michael Kleeberg begonnen. Der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller, der in den 1960er und 1970er Jahren in Böblinger aufgewachsen ist, hatte sein literarisches Debüt einst „Böblinger Brezeln“ genannt und damit das Backwerk von Pfaff gemeint – er ist also ein bekennender Fan der Backstube in der Klaffensteinstraße. Welche Bedeutung diese Brezeln für ihn haben, machte Kleeberg sogleich deutlich. Denn am Tag der Pfaff-Veröffentlichung trudelte bereits um 8.19 Uhr ein Mail des Schriftstellers bei der Kreiszeitung ein: „Ich sitze gerade für einige Tage in der Schweiz und lese mit Horror in der Kreiszeitung, dass Pfaff dichtmacht“, schrieb der untröstliche Autor, „ein Stück weniger Heimat . . . Und wer backt jetzt noch solche Brezeln?“ Gute Frage. Doch einige wenige kleine Bäckereien gibt es ja noch in Böblingen – hoffen wir, sie halten noch ein Weilchen aus. „Das Bitterste an der Sache ist eben, dass Sie niemanden mehr finden, der freiwillig um 3 Uhr morgens aufsteht, um um 7 Uhr frisch gebackene Sachen zu verkaufen“, befürchtet Kleeberg. Da ist was dran. Hoffen wir, dass die Kundschaft ein solches Engagement zu schätzen weiß – und nicht nur dahin rennt, wo es vielleicht 10 Cent günstiger ist.

Aus unserer Samstags-Humorkolumne "Bonbons"

Verwandte Artikel