Stress am Bett

Kommentar

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    Symbolbild: dpa/Archiv

Artikel vom 28. März 2019 - 10:54

Von Michael Stürm

Der Gesundheitsminister gibt den Pflegepersonal-Versteher. Das ist gut so und könnte die Situation in den Kliniken und Seniorenheimen entspannen. Aber überschaubare Verbesserungen von Verdienst- und Rahmenbedingungen werden nicht wirklich helfen, wenn nicht parallel dazu ein Umdenken in der Gesellschaft stattfindet. Denn noch immer ist es selbstverständlich, dass jemand der Autos baut oder anderer Leute Geld anlegt, deutlich besser verdient, als all diejenigen, die sich um bedürftige Menschen kümmern. Und so lange mehr Leute für den Diesel demonstrieren als für bessere Arbeitsbedingungen im Sozialbereich, wird sich daran auch nichts ändern. Folge: Fachkräfte werden weiterhin die Kliniken meiden, wenn es statt Bonuszahlungen Stress am Bett gibt. Nur mehr Wertschätzung und eine Bezahlung, die es erlaubt, eine Familie zu versorgen, können diese Entwicklung bremsen. Das bedeutet aber auch höhere Beiträgen für alle bei der Krankenversicherung. Nur so ist dies finanzierbar. Die Jobs in den Kliniken und Heimen sollte uns das wert sein. Denn krank und alt werden wir alle irgendwann einmal.

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