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Abgelassenes Hochwasserrückhaltebecken Sulzbach trotz Sanierung vorübergehend gefüllt

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    Das Rückhaltebecken zwischen Schönaich und Waldenbuch soll saniert und entschlammt werden Foto: red

Das Hochwasserrückhaltebecken Sulzbach zwischen Schönaich und Waldenbuch wird in den nächsten Tagen trotz anstehender Sanierungsarbeiten vorübergehend gefüllt. Der Grund dafür liegt in der üppigen Vegetation, die sich im Verlauf des vergangenen Jahres auf dem Grund des abgelassenen Sees eingestellt hat.

Artikel vom 12. März 2019 - 17:06

SCHÖNAICH/WALDENBUCH (red). Das üppige Grün wäre für die anstehende Entschlammung des Beckens hinderlich, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes. Zur Vorbereitung der Entschlammung wurde der Bewuchs in den vergangenen Tagen bereits abgemäht. Als wirkungsvolle Maßnahme gegen einen erneuten Austrieb der Vegetation soll das Becken nun zeitweise wieder gefüllt werden. Die Sanierung und Entschlammung kann erst beginnen, wenn die Zuschussfrage mit dem Land geklärt ist.

Das Hochwasserrückhaltebecken wurde im Oktober 2017 abgelassen, um eine vertiefte Sicherheitsüberprüfung durchführen zu können. Mittlerweile liegen die Ergebnisse dieses Sicherheitschecks vor. Demnach entspricht das Becken auch nach 35 Jahren Einsatz noch allen hydraulischen und hydrologischen Anforderungen und die vorgeschriebene Betriebssicherheit ist erfüllt. Die Standsicherheit des Dammes konnte mit Hilfe der Erkenntnisse aus den ergänzenden Untersuchungen ebenfalls nachgewiesen werden. Die Betonteile der Anlage befinden sich dem Alter entsprechend in einem allgemein guten Zustand. Die Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit der Bauwerke sind aktuell gegeben. Lediglich einige Schadstellen müssen saniert werden.

Neben der Beseitigung der Schadstellen an den Betonbauten weisen die Stahlwasserbauteile, mit denen der Wasserabfluss gedrosselt wird, altersbedingte Schäden auf. Der dauerhafte Einsatz der Schieber im Wasser während der vergangenen 35 Jahren hinterlässt erwartungsgemäß deutliche Spuren. Eine Erneuerung des Korrosionsschutzes ist daher erforderlich. Ferner müssen die elektrische Steuerung der Anlage angepasst, zwei Grundwassermesspegel nachgerüstet, Pegellatten erneuert und der Bewuchs auf dem Damm entfernt werden.

Die geschätzten Gesamtkosten hierfür belaufen sich auf rund 500 000 Euro, wobei die Instandsetzungsmaßnahmen an den Stahlwasserbauteilen den größten Anteil einnehmen. Daneben soll das Becken entschlammt werden. Dazu müssen 15 000 m³ Schlamm bewegt und zum Trocknen für mindestens drei Jahre im Stauraum gelagert werden. Die geschätzten Kosten dafür belaufen sich auf rund 780 000 Euro.

Für die anstehende Entschlammung bringt eine Reduzierung des Pflanzenbewuchses durch die vorübergehende Befüllung des Beckens den Vorteil, dass weniger organische Masse im Schlamm anfällt, heißt es in der Pressemitteilung. Durch das Land Baden-Württemberg werden die Maßnahmen in Höhe von 67 Prozent gefördert.

Sanierung noch in diesem Jahr?

Eine Entscheidung über die Förderung steht noch aus und wird erfolgen, wenn die entsprechenden Haushaltsmittel des Landes freigegeben werden. Wenn die Förderung bewilligt wird, können die Maßnahmen ausgeschrieben und beauftragt werden. Im Anschluss sollen die Arbeiten zügig angegangen werden. Sollten die erforderlichen Verfahren wie die Förderzusage und Beschlussfassung durch die Mitglieder des Wasserverbandes zeitnah erfolgen, können die Arbeiten noch in diesem Jahr begonnen werden, schreibt die Landkreisverwaltung in einer Pressemitteilung.

Die Hochwasserschutzfunktion des Beckens ist zu jeder Zeit, also auch während der Instandsetzungsarbeiten, gegeben, betont die Behörde.

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