Schülerwettbewerb: Schlaustes Käpsele kommt aus Böblingen

Beim jüngsten Heureka Schülerwettbewerb erzielte der 11-jährige Paul Kirn das beste Ergebnis seiner Altersstufe in Deutschland

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    Der elfjährige Paul Kirn gemeinsam mit der Klassenlehrerin Katrin Bühler und LMG-Schulleiter Hans Oberhollenzer (v.l.) F: red

Insgesamt 45 Fragen waren in einem deutschlandweiten Wissenstest zu knacken. Paul Kirn von der 5a des Lise-Meitner-Gymnasiums in Böblingen lag bei fast allen richtig und setzte sich sogar an die deutsche Spitze des Wettbewerbs.

Artikel vom 06. März 2019 - 12:31

Von Jan-Philipp Schlecht

BÖBLINGEN. Zum Skiurlaub in die Steiermark musste die Schneefräse natürlich mit. Darauf hat Paul Kirn bestanden. Der 11-jährige Gymnasiast aus Böblingen hat das Gerät mit Elektromotor schließlich erst kürzlich vollendet - als Bausatz von Lego Technik. Zwar kann er damit leider nicht die ganze Einfahrt freifräsen, "aber sie funktioniert" sagt sein Vater Thomas stolz. Der Filius sei eben ein leidenschaftlicher Tüftler und obendrein sehr wissbegierig. Wohl deshalb hat Paul beim jüngsten Heureka Schülerwettbewerb den ersten Platz in seiner Altersstufe gemacht - deutschlandweit.

Bei dem zwei Mal im Jahr stattfindenden Test der gemeinnützigen Organisation Makiri aus Berlin können Schulen in ganz Deutschland teilnehmen. In Böblingen machen aktuell das Lise-Meitner-, das Otto-Hahn-, das Albert-Einstein-Gymnasium und die Freie Evangelische Schule mit. In den Klassenstufen 3 bis 8 treten die Schüler in den Gebieten Weltkunde sowie Mensch und Natur gegeneinander an. Immer im Frühjahr und im Herbst wird der Wissenstest ausgelobt, 45 Multiple-Choice-Fragen sind zu knacken.

Jede richtig gelöste Aufgabe gibt drei Punkte, eine falsche Antwort einen Punkt Abzug. Mit einem Startpolster von 45 Zählern sind so insgesamt 180 zu erreichen. Paul Kirn hat den Test für die Klassenstufen 5 und 6 absolviert und satte 168 Punkte geholt, womit er deutschlandweit auf Platz eins gelandet ist. Insgesamt hat er sich gegen rund 8000 andere durchgesetzt.

Das machte nicht nur den Rektor des Lise-Meitner-Gymnasiums, Hans Oberhollenzer stolz, sondern - natürlich - auch seine Eltern. "Paul verschlingt alles, was mit Naturwissenschaft zu tun hat", sagt Vater Thomas Kirn. "Hoch im Kurs stehen zum Beispiel Wissenschafts-CDs für Kinder von Stephen Hawking oder naturwissenschaftliche Sendungen im Fernsehen." Seine Lieblingsfächer in der Schule? Paul Kirn: "Bio, Mathe und Erdkunde!" In Biologie steht er aktuell bei einer Eins minus und gehört zu den Klassenbesten. Kein Wunder also, dass er bei dem Heureka-Test vorne landete.

Und das, obwohl man darauf gar nicht lernen kann und die Fragen nicht ohne sind. "Die erste lautete, wie man eine Gruppe von Delfinen bezeichnet: Als Schule, Kolonie oder Gruppe?", erinnert sich das elfjährige Käpsele. "Das wüsste ich jetzt auf Anhieb nicht", gibt Vater Thomas zu. Schule stimmt, was Paul neben vielen anderen Fragen richtig parat hatte.

Zum Deutschland-Sieg gereichte ihm dann noch eine kleine Portion Glück: "Es wurde gefragt, was man wählen muss, wenn man mehreren Leuten eine E-Mail senden will: Aa:, Bb: oder Cc: - da hab ich mit Cc: richtig geraten und Glück gehabt", sagt der LMG-Schüler.

Der Preis für seine Spitzenleistung ist ein Bausatz für ein solarbetriebenes Spielzeugauto. "Es ging dabei nicht um Geld, das ist klar", sagt Thomas Kirn. Mit dem Gewinn traf der Ausrichter trotzdem ins Schwarze, denn wie eingangs erwähnt ist das Tüfteln mit Lego derzeit Pauls liebstes Hobby. Entsprechend vorfreudig ist er auf die Fächer Naturwissenschaft und Technik sowie Physik. Die kommen erst in Klasse acht, weshalb er sich bis dahin selbst behilft. Zum Beispiel mit elektrischen Schneefräsen.

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