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Umbau der Daimler-Kreuzung in den Startlöchern

Bauarbeiten zwischen Böblingen und Dagersheim beginnen am 18. März - Erste Vollsperrung ab Ende März

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    Die Daimler-Kreuzung bei der Hulb, einer der Hauptverkehrsknotenpunkte rund um Böblingen und Sindelfingen, wird ein halbes Jahr lang saniert Foto: red

Artikel vom 05. März 2019 - 15:42

BÖBLINGEN (red). Nach Fertigstellung der Herrenberger Straße kommt ein weiteres Großprojekt auf Böblingen zu. Wie berichtet, beginnen am Montag, 18. März, die Bauarbeiten an der so genannten Daimlerkreuzung - Böblingens Haupt- und Drehangelpunkt zur Firma Daimler und zur Hulb, an dem sich die Kreisstraße zwischen Böblingen und Dagersheim mit der Gottlieb-Daimler-Straße und der Dornierstraße kreuzen. Diese weist durch die hohe Lkw-Belastung starke Spurrinnen auf, wie das Böblinger Landratsamt erläutert.

Zunächst stehen Vorarbeiten an, bei denen zeitweise einzelne Spuren gesperrt werden müssen; eine Durchfahrt in alle Richtungen ist jedoch noch möglich. Ab 26. März wird die Vollsperrung der westlichen Kreuzung Richtung Dagersheim eingerichtet. Das Landratsamt informiert rechtzeitig über die Verkehrsführung und Umleitungen. Die Verkehrsbeeinträchtigung dauert voraussichtlich bis Ende September. Auch die angrenzende Schwippebrücke der Stadt Sindelfingen muss aufgrund von Schäden an der Tragwerkskonstruktion saniert werden. Im Zuge dessen wird auch die komplette Fahrbahnoberfläche inklusive Abdichtung neu hergestellt.

"Wir wenden eine neue, innovative Methode an, um einen der wichtigsten und am stärksten belasteten Knotenpunkte im Landkreis dauerhaft zu ertüchtigen", sagt Landrat Roland Bernhard, "mit Beton als Belag wird die Fahrbahn den Schwerlastverkehr für Jahrzehnte aushalten ohne dass größere Instandhaltungsmaßnahmen notwendig werden."

Erste Kreuzung im Landkreis, die betoniert wird

Während Beton bei Autobahnen, Rastplätzen und Busbahnhöfen schon länger angewendet wird, wird er in Kreuzungsbereichen kaum verwendet. Für die Region ist diese Maßnahme daher eine Premiere. Die Nutzungsdauer bei einer Betonfahrbahn ist wesentlich höher als beim herkömmlichen Asphalt. Beton widersteht den hohen Schub-, Radial- und Bremskräften der Lastwagen besonders gut, ohne sich zu verformen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Verkehrsleitplanung und technische Details stellen die Beteiligten vor einige Herausforderungen. So wird ein Betonfertiger zum Einsatz kommen, um eine möglichst ebene Oberfläche zu erreichen. Auch die wechselnden Fahrbahnbreiten, wechselnde Gefälle und Fahrbahnneigungen, Schachteinbauten und der angrenzende Verkehr bei einer halbseitigen Sperrung sowie eine Fußgänger- und Radfahrerführung durch das Baufeld sind weitere Schwierigkeiten.

Die Bauabschnitte sind so angelegt, dass der Betonfertiger die Hauptachsen am Stück herstellen kann und damit ein hohes Maß an Ebenheit erreicht. Um sowohl den technischen Anforderungen und den Belangen des öffentlichen Verkehrs gerecht zu werden, entschied man sich für zwei Bauabschnitte. "Der Landkreis hat mit seinen 20 Kreisverkehren aus Beton bereits gute Erfahrungen gemacht," so Landrat Bernhard. "Mit der Betonbauweise haben wir für die Zukunft auch bei Kreuzungen mit viel Lkw-Verkehr eine gute Alternative, etwa bei Gewerbegebieten."

Der langen Lebensdauer einer solchen Betonbauweise steht der Nachteil einer langen Aushärtezeit gegenüber, was eine längere Bauzeit und Sperrzeit zur Folge hat. Die Gesamtbauzeit an der Daimler-Kreuzung dauert etwa acht Monate von März bis November. Ab Ende September sollen jedoch die Arbeiten an der Hauptfahrbahn abgeschlossen sein, sodass dann die Verkehrseinschränkungen wesentlich geringer sein werden.

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