Anzeige

Paul Nemeth drückt die Schulbank

Der CDU-Landtagsabgeordnete war an der freien Waldorfschule in Böblingen zu Gast und hat mit Elftklässlern diskutiert

  • img
    Paul Nemeth im Gespräch mit den Elftklässlern der Freien Waldorfschule Böblingen Foto: red

Artikel vom 05. Dezember 2018 - 18:42

BÖBLINGEN (red). Diskussionen über Elektroautos oder die Energiewende sind für Paul Nemeth Alltag. Dass er über diese spannenden Themen mit Schülern spricht, ist aber auch für den Böblinger CDU-Landtagsabgeordneten etwas Besonderes. "Es ist toll zu sehen, wie sich die Schüler mit aktuellen politischen Themen auseinandersetzen", sagte Nemeth bei seinem Besuch an der Freien Waldorfschule Böblingen.

"Wieso sind sie Politiker geworden?", will der Elftklässler Leo wissen. "In die Politik kam ich, weil man Vater mir und meinen Geschwistern schon früh vermittelt hat, dass man sich in einer Gesellschaft aktiv engagieren muss", erläutert Nemeth, "sei es in einem Verein, in der Kirchengemeinde oder eben auf politischer Ebene." Er habe sich das zu Herzen genommen, sagte der CDU-Abgeordnete. "Sei es in eurem Alter als Klassensprecher in der Schule oder jetzt als Abgeordneter im Stuttgarter Landtag."

Bei der Frage von Schüler Lennart, ob Nemeth seine politischen Ziele bisher alle erreicht habe, ist die Antwort etwas komplexer. "Man muss in der Politik lernen, dass man als Einzelner nicht die Welt verändern kann", stellt Nemeth klar. Man müsse sich auch mal über kleinere Erfolge freuen - "das ist mir persönlich schon des Öfteren geglückt". Wichtig sei es als Politiker zu verstehen, dass man viele Ziele nur erreichen kann, wenn man bereit ist, Kompromisse zu machen. "Sei es parteiintern, mit anderen Parteien oder auch mit Bürgern, Kommunen oder Verbänden", sagte Nemeth, der seit 2006 im Landtag sitzt und sich dort speziell im Bereich Umwelt, Energie, Klima und Naturschutz engagiert.

Diskutiert wird bei Paul Nemeths Besuch in der Böblinger Waldorfschule auch über aktuelle Themen wie Elektromobilität oder Energiewende. "Wann glauben Sie, fahren wir alle Elektroautos?", kommt die Frage aus der Schulbank. "Langfristig wird die Elektromobilität kommen, es wird aber noch viele Jahre dauern", lautete die Antwort des CDU-Politikers. Auch auf dem Feld der erneuerbaren Energien zeigten sich die Elftklässler von Lehrer Hans-Joachim Sennock, 1990 selbst Mitbegründer der Schule am Böblinger Herdweg, gut informiert. "Ich finde es wichtig, mit jungen Leuten über regionale Themen bis hin zu internationalen Problemfeldern sprechen zu können. Wenn sich die Schüler bei tagesaktuellen Themen so gut auskennen wie ihr, macht mir das umso mehr Spaß", lobte Paul Nemeth seine Diskussionspartner am Ende.

Waldorfschule könnte Zuschüsse von der Stadt gut gebrauchen

Am Rande seines Schulbesuchs traf sich Paul Nemeth auch mit Schul-Geschäftsführerin Barbara Breitling, Francesco Schmid (Schulvorstand aus dem Lehrerkollegium) und Moriz Hofer (Schulvorstand aus der Elternschaft). Thema der Gespräche war unter anderem die Finanzierung von Schulen in freier Trägerschaft. "Bildungsstätten wie die Freie Waldorfschule Böblingen bekommen Finanzmittel aus dem Staatshaushalt", weiß Nemeth.

Doch Geld von der Kommune wie bei staatlichen Schulen, mit dem unter anderem der Hausmeister oder notwendige Baumaßnahmen finanziert werden können, bekommen Schulen wie die Böblinger Waldorfschule nicht. "Das hier manchmal das Geld knapp werden kann, ist nachvollziehbar", sagte Paul Nemeth und hatte für Geschäftsführerin Barbara Breitling und ihr Team eine Tipp parat. "Suchen Sie den Kontakt mit allen Böblinger Gemeinderatsfraktionen. Es gibt sicherlich Themen, bei denen die Stadt dazu bereit ist, finanzielle Unterstützung zu bieten."

Verwandte Artikel