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Kontinuität bleibt auf der Strecke

Kommentar

Artikel vom 20. November 2018 - 19:18

Von Siegfried Dannecker

Dass sie zu wenig für Dagersheim geleistet hätten, kann man den mittlerweile fünf Nachfolgern der Ortsvorsteher-Legende Herbert Kopetschke gewiss nicht nachsagen. Allesamt waren sie clever, umtriebig, bisweilen sogar charismatische Köpfe. Sonst hätten sie alle auch nicht (Bürgermeister-)Karrieren gemacht. Aber fünf Fleckenchefs in 18 Jahren - da bleibt dann doch viel zu viel Kontinuität auf der Strecke. Kaum dass ein Ortschaftsrat weiß, wie seine Chefin oder sein Chef tickt, kaum dass er/sie selbst die Personen, Themen und politische Strukturen checkt, heißt es schon wieder "Ade". Auch für die Beschäftigten im Bezirksamt ist diese sich ständig ändernde Neugewöhnung an Persönlichkeitsprofile und Führungsstile, vorsichtig gesagt, schwierig.

Was das in der Konsequenz heißt? Vielleicht den zweiten Teil des Sprichworts "Neue Besen kehren gut, alte kennen Ecken" zu beherzigen und bei der Bewerberauswahl des künftigen sechsten Ortsvorstehers reiferen Semestern eine Chance zu geben. Also Damen und Herren, die beispielsweise ihre Familienplanung nicht mehr vor, sondern schon hinter sich haben. Dass auch die Generation 40+, 50+ als Fleckenchefs passen kann wie der Schlüssel ins Schloss: Darmsheim und Maichingen zeigen es aktuell mit ihren Trefz- und Leber-Nachfolgern Martin Lambert und Wolfgang Stierle.