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Fünf Jahre Haft für Messerstiche in der Talstraße

23-jähriger Dealer verurteilt

Artikel vom 18. Oktober 2018 - 16:54

Von Bernd S. Winckler

BÖBLINGEN/STUTTGART. Wegen versuchten Totschlags an einem 19-jährigen Rauschgift-Abnehmer hat das Stuttgarter Landgericht am Donnerstag einen 23-Jährigen zu fünf Jahren Haft verurteilt. Das Gericht wies ihm nach, dass er in Böblingen mehrfach mit großen Drogenportionen gehandelt hatte und dass er im Februar dieses Jahres am Böblinger Bahnhof den 19-Jährigen, der sich weigerte, weiter für ihn Drogen zu verkaufen, in Tötungsbilligung niederstach.

Nahezu zwei Monate lang hat sich die Schwurgerichtskammer am Stuttgarter Landgericht mit dem Fall befasst und kam am sechsten Prozesstag zu einem Urteil gegen den 23-Jährigen. Der Beschuldigte hatte inzwischen die Rauschgiftgeschäfte eingeräumt, bezüglich der beiden Messerstiche gegen den 19-Jährigen allerdings eine Tötungsabsicht abgestritten. Vielmehr habe ihn der Mann zuerst angegriffen, und er sei dabei selbst verletzt worden.

Die beiden Männer hatten sich im Sommer letzten Jahres in Böblingen kennengelernt. Der Angeklagte verkaufte dem 19-Jährigen mehrfach Drogen, bis dieser bei ihm Schulden hatte, die er durch Rauschgiftverkäufe für den Angeklagten tilgen sollte, was auch geschah. Danach habe er sich geweigert, weitere Verkäufe für den Angeklagten zu tätigen. Anlässlich einer Polizeikontrolle hatte der 19-Jährige den Angeklagten angezeigt und ihm dies bei dem Treffen am 18. Februar in der Talstraße mitgeteilt. Darauf folgten dann die Messerstiche. Einer der Stiche war lebensbedrohend.

Sechs Jahre Haft hatte der Staatsanwalt beantragt, der Verteidiger hingegen ging in seinem Plädoyer nur von einer Körperverletzung aus und beantragte vier Jahre. Die Richter der 1. Großen Strafkammer verurteilten den Mann schließlich zu fünf Jahren Haft.

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