"Mallorca Total"-Party: CCBS und Stadt äußern sich

Nach der problematischen "Mallorca Total"-Party auf dem Flugfeld: Der Festplatzvermieter meldet sich, der Veranstalter schweigt

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    Die Partygäste feierten in glühender Hitze, für den Getränkenachschub mussten sie allerdings ewig anstehen Foto: Gaetano di Rosa

Die Querelen um die "Mallorca Total"-Party auf dem Flugfeld am vergangenen Samstag lassen auch die Congress Center Böblingen Sindelfingen (CCBS) nicht ruhen. Georg Sommer, Geschäftsführer der Hallen GmbH, die den Festplatz auf dem Flugfeld vermietet, hat sich nun zu Wort gemeldet.

Artikel vom 08. August 2018 - 17:54

Von Michael Stürm und Robert Krülle

BÖBLINGEN. Es sollte die lässige Party für coole Menschen werden, ein Heimspiel für all diejenigen, die gerne im weit entfernten Mallorca einen drauf machen. Doch die Party mit Nonsense-Schlager und Sangria-Verkostung gelang, wie berichtet, nur bedingt. Das Feiervolk brütete stundenlang ohne Schatten in der sengenden Sonne, und die Veranstalter schafften es nicht, die dürstende Menge im üblichen Tempo mit genügend Flüssigkeit zu versorgen. Der Unmut beim Publikum war mindestens so groß wie die Feststimmung.

Jetzt hat sich auch Georg Sommer zu den Vorgängen auf dem Festplatz geäußert. Sommer führt die Geschäfte der CCBS, einer Tochtergesellschaft der Städte Böblingen und Sindelfingen. "Die CCBS bedauert, dass die Versorgung der Gäste mit Getränken während der Mallorca Party nicht zufriedenstellend organisiert war", schreibt er in einer Pressemitteilung. Als Betreiber des Festplatzes stelle man gelegentlich fest, dass auch professionelle Veranstalter bei extremen Bedingungen wie zum Beispiel großer Hitze mit der Umsetzung des Veranstaltungskonzepts an ihre Grenzen kämen.

Gemischte Gefühle im Böblinger Rathaus

"Wir werden prüfen, ob unter bestimmten Bedingungen von den Veranstaltern künftig ausreichend Trinkwasserzapfstellen einzurichten sind", kündigt Sommer an. Er weist darauf hin, dass die CCBS als Vermieter nur für die Bespielung des Platzes zuständig sei. Der gesamte Ablauf eines Events liege in der Verantwortung der Veranstalter. Allerdings, so Sommer weiter, werde der Platz in der Regel an Leute vermietet, die bereits bisher gezeigt hätten, dass sie größere Veranstaltungen organisieren und durchführen können. "Beim Veranstalter der Mallorca-Party, der in Sindelfingen aktuell eine Diskothek betreibt, war diese Voraussetzung erfüllt", erklärt Georg Sommer.

Immer wieder wird indes die grundsätzliche Eignung des Festplatzes für solche Veranstaltungen infrage gestellt. Ohne Bepflanzung spendet das Asphalt-Areal weder Schutz vor der Sonne, noch vor Regen. Auch der schlechte Belag wird regelmäßig von Besuchern kritisiert.

Im Böblinger Rathaus hat man das Mallorca-Debakel nicht zuletzt wegen der Außenwirkung mit gemischten Gefühlen betrachtet. Immerhin waren rund 3000 Besucher aus der gesamten Region zu Gast, die ihre Erlebnisse mit den Namen Böblingen und Sindelfingen verknüpfen. Böblingens Pressesprecher Wolfgang Pfeiffer fordert ein "besseres Krisenmanagement", was die Infrastruktur betrifft und fragt, ob sich die CCBS in Zukunft nicht gewisse Vorkehrungen vertraglich zusichern lassen sollte. Dies könnte im Aufsichtsrat der CCBS diskutiert werden, in dem auch Vertreter der beiden Städte sitzen.

Lob gibt es vonseiten der Stadt indes für den Sicherheitsdienst der Veranstalter. Der habe die Polizei verständigt, als Probleme auftauchten. Eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes, berichtet Wolfgang Pfeiffer, habe daraufhin verordnet, dass die Besucher das Festgelände verlassen können, um sich mit Getränken zu versorgen oder in den Schatten zu gelangen, ohne damit ihr Wiedereintrittsrecht zu verlieren. Der Veranstalter, berichtet Pfeiffer, habe diese Vorgabe später allerdings wieder aufgehoben.

Keine Stellungnahme zu den Vorgängen gibt es derzeit vom "Mallorca Total"-Macher. Frank Beck, Betriebsleiter der Sindelfinger Diskothek Pio, die als Veranstalter fungierte, betonte am Telefon, er sei bereits seit Samstag krank, liege mit 40 Grad Fieber im Bett und sehe sich nicht in der Lage, etwas zu sagen. Man wolle in Absprache mit Rechtsanwälten demnächst eine Pressemitteilung formulieren, verspricht er. Zuvor müsse man sich jedoch alle Vorwürfe genau anschauen.

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