Einbürgerungsfeier als Teil der Willkommenskultur

86 Neubürger haben im Landkreis Böblingen zuletzt die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen

Artikel vom 16. Juli 2018 - 17:42

BÖBLINGEN (red). In der Aula des Kaufmännischen Schulzentrums Böblingen fand jetzt die neunte offizielle Einbürgerungsfeier des Landkreises statt. Im Rahmen eines gemeinsamen Gelöbnisses verlieh der Landrat Roland Bernhard 86 Antragstellern die Staatsbürgerschaftsurkunde und hieß sie somit als deutsche Staatsbürger im Landkreis Böblingen willkommen. Unter den Neubürgern sind 51 Frauen, 35 Männer und acht Kinder.

Aus 25 verschiedenen Herkunftsländern stammen die neuen Staatsbürger. Viele haben ihre Wurzeln in Ländern der EU und der Türkei. Aber auch Menschen aus weiter entfernten Teilen der Welt, zum Beispiel aus Angola, Kolumbien und der Demokratischen Republik Kongo haben am Landratsamt die deutsche Staatsangehörigkeit erlangt. Mit jeweils zwölf Personen stellten Italien und die Türkei den größten Anteil der neu eingebürgerten Staatsbürger.

"Die Einbürgerung ist ein ganz besonderer Schritt und ein Zeichen der Verbundenheit mit der neuen Heimat", so Landrat Roland Bernhard, der dies auch als Beleg für gelungene Integration sieht. "Die Einbürgerung in Deutschland zu beantragen und damit zumeist auch die bisherige Staatsangehörigkeit abzulegen, ist nicht immer einfach, umso mehr freue ich mich, dass viele diesen Schritt wagen." Im vergangenen Jahr wurden 847 Ausländer im Kreis Böblingen eingebürgert. Im laufenden Jahr 2018 sind es mit der aktuellen Feier Mitte Juli bereits über 500 Einbürgerungen.

Zusammen mit ihren Familien konnten die Antragsteller ihre Einbürgerung im Landratsamt vollziehen. Neben dem gemeinsamen Gelöbnis und der Überreichung der Urkunden wurde die deutsche Nationalhymne gesungen. Ein Klavierstück und ein indischer Tanz begleiteten das Programm. Die Antragstellerinnen und Antragsteller werden durch die Einbürgerung zu gleichberechtigten Bürgerinnen und Bürgern der Bundesrepublik Deutschland.

Voraussetzung: acht Jahre Aufenthalt, vielerlei Kenntnisse und ein gesicherter Lebensunterhalt

"Dies bringt viele Vorteile mit sich", erklärte Landrat Bernhard. "Deutschland ist ein freiheitliches Land mit einem funktionierenden demokratischen System. Es gibt eine unabhängige Justiz und Gewaltenteilung, der Sozialstaat steht jedem Staatsbürger in Notsituationen zur Seite, und das deutsche Bildungssystem eröffnet hervorragende Entwicklungschancen", zählt Bernhard auf und ergänzt: "Außerdem sind Sie nicht nur Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland, sondern auch Unionsbürger der Europäischen Union. Sie dürfen fortan mitbestimmen, was in Deutschland und Europa passieren wird". Das Reisen werde dadurch enorm erleichtert. So können die Eingebürgerten sogar in viele Länder außerhalb des Kontinents ohne Visum reisen.

Eingebürgert werden können Ausländer, die seit acht Jahren in Deutschland ihren rechtmäßigen und gewöhnlichen Aufenthalt haben. Außerdem sind gute Kenntnisse der deutschen Sprache sowie Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und ein gesicherter Lebensunterhalt notwendig.

Informationen zur Einbürgerung gibt es beim Amt für Migration und Flüchtlinge auf dem Landratsamt, Parkstraße 16, in Böblingen. Kontaktmöglichkeiten für Interessierte unter der Adresse http://www.lrabb.de im Internet.
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