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Der Energiemacher ist angekommen

Der Bau des Blockheizkraftwerkes im Heizkraftwerk an der Ernst-Reuter-Straße geht voran - Wärmepreis soll "stabilisiert" werden

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    Große Maschinen schweben ein: Das Böblinger Kraftwerk soll in Zukunft effizienter und ökologischer Strom und Wärme produzieren Foto: red

Artikel vom 09. Juli 2018 - 13:36

BÖBLINGEN (red). Der Bau des neuen Blockheizkraftwerkes (BHKW) in der Ernst-Reuter-Straße kommt laut Pressemitteilung der Stadtwerke Böblingen weiterhin gut voran: Vergangene Woche wurden das BHKW-Modul und der Trafo angeliefert.

Seit Beginn der Bauarbeiten für das neue BHKW im Januar dieses Jahres hat sich viel getan - nach Fertigstellung der Rohbauarbeiten wurde, wie berichtet, im Mai der 61 Meter hohe neue Stahlkamin aufgerichtet. "Nachdem das BHKW-Modul nun auch aufgestellt ist, geht es demnächst nahtlos mit den Ausbaugewerken los. Auf der Agenda steht jetzt die Anbindung an das Strom- und Rohrnetz. Wir freuen uns, dass wir weiterhin voll im Zeitplan liegen und so gut voran kommen", zieht Fritz Burkhardt, bei den Stadtwerken Böblingen verantwortlich für den Bau des BHKW, Bilanz.

Im Jahr 2016 fiel die Entscheidung, jetzt wird gebaut: Noch bis Jahresende errichten die Stadtwerke zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) mit einer elektrischen Leistung von jeweils rund zwei Megawatt (zwei Millionen Watt). Standorte sind das Heizwerk Grund in der Ernst-Reuter-Straße und der Technologiepark H130 in der Herrenberger Straße. Mit dieser Maßnahme verbessern die Stadtwerke laut Pressemitteilung die Versorgungssicherheit und unterstützen den Klimaschutz. Die BHKW tragen auch dazu bei, den Wärmepreis mittelfristig zu stabilisieren, heißt es weiter.

In einem Blockheizkraftwerk wird kombiniert Strom und Wärme erzeugt (siehe Hintergrund). "Durch den Bau der Blockheizkraftwerke gestalten wir die Energieerzeugung effizienter, flexibler und marktfähiger als bisher. Dieser Schritt hilft uns, Herausforderungen aus der Vergangenheit auch bei der Erzeugung von Wärme zu überwinden. Erstens wird bisher zu viel Wärme im Heizwerk Grund durch ältere und im Ergebnis ineffiziente Heizkessel erzeugt. Zweitens fehlen effiziente Erzeugungsanlagen, mit denen wir die Versorgung unserer Kunden gegen Engpässe entlang der Transportkette vom Restmüllheizkraftwerk oder vom Heizkraftwerk der Daimler AG absichern", schreiben die Stadtwerke weiter.

Mit dem Betrieb von BHKW habe man in Böblingen bereits gute Erfahrungen gesammelt, betonen die Stadtwerke weiter: Am Standort Dagersheim betreibt das Unternehmen seit 2009 ein BHKW in einer unterirdischen Heizzentrale. Es erzeuge seit bald einem Jahrzehnt zuverlässig Wärme und Strom. Die elektrische Leistung beträgt rund 800 000 Watt.

Der Einsatz der beiden weiteren BHKW erfolgt vor allem im Winter, in Übergangszeiten und in Revisionszeiten des Restmüllheizkraftwerkes. So werde die vergleichsweise teure, konventionelle Wärmerzeugung durch Heizkessel erheblich reduziert.

Die Investitionen können gestemmt werden, weil der Gesetzgeber diese Technologie in erheblichem Umfang durch das Energiesteuergesetz, das Stromsteuergesetz und durch das Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung fördere, betonen die Stadtwerke. Die Anlagen seien wichtiger Baustein der nachhaltigen Wärmestrategie.

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