Erster Böblinger Stadthonig erfolgreich geerntet

Projekt der BBG zur Stärkung der Bienenpopulation gut angelaufen

Artikel vom 04. Juli 2018 - 15:54

BÖBLINGEN (red). Seit Jahren wird hierzulande ein starker Rückgang an Bienen beklagt. Da Bienen rund 60 Prozent der heimischen Nutzpflanzen befruchten, gehören sie jedoch zu den wichtigsten Nutztieren. Ohne die Hilfe der Bienen drohen Verluste an Obst und Gemüse. Die Böblinger Baugesellschaft (BBG) will laut einer Pressemitteilung deshalb aktiv einen Beitrag leisten, das Bienensterben aufzuhalten. Daher unterstützt sie das innerstädtische Imkern ihrer Mieter und Eigentümer.

Der erste Bienenstock der BBG wurde im vergangenen Jahr in der Brunnenstraße 40/42 in Böblingen aufgestellt (die KRZ berichtete). Nun überreichten BBG-Geschäftsführer Rainer Ganske und Imker Gustav Pöppke ein Glas vom Stadthonig der ersten Ernte an Böblingens Oberbürgermeister Stefan Belz. "Wir sind sehr zufrieden mit der ersten Ernte und dem bisherigen Projektverlauf. Ein weiterer Bienenstock wurde bereits in der Freiburger Allee 6 aufgestellt und wir prüfen, wo es Möglichkeiten gibt, noch weitere Bienenstöcke in unseren Liegenschaften ansiedeln zu können", so Ganske.

Auch OB Belz begrüßt das BBG-Projekt: "Bienen sind wahre Sympathieträger. Die Schwaben fühlen sich dem Wesen der fleißigen Nektarsammlerinnen besonders verbunden. Als großartige Antwort auf das alarmierende Bienensterben haben sich vielerorts Initiativen zum Bienenzüchten gebildet. Viele junge Menschen begeistern sich dafür. Wir dürfen aber nicht versäumen, immer wieder die menschengemachten Ursachen für den Rückgang der Insektenpopulationen zu benennen, wie den Einsatz von schädlichen Spitzmitteln und Monokulturen in der Agrarindustrie. Hier bedarf es Abhilfe."

Die BBG möchte weitere Liegenschaften für das Imkern nutzen und auch bei Neubauten - beispielsweise auf begrünten Flachbaudächern - eine Ansiedlung neuer Bienenstöcke überprüfen. Denn ob begrüntes Flachdach, Kleingärten oder Blumenwiesen: In den Städten und dicht besiedelten Gebieten finden Bienen reichhaltige Nahrung. Hier sei das Blütenangebot oftmals vielfältiger als auf dem Land und der Pestizid-Einsatz ist gering, denn verschiedene Pestizidsubstanzen machen Bienen orientierungslos oder schädigen ihre Gesundheit.

Weitere Imker gesucht

Damit die Bienen artgerecht versorgt werden, kooperiert die BBG mit örtlichen Imkern und dem Bezirksverein für Bienenzucht Böblingen-Sindelfingen. "Wir würden uns freuen, wenn sich noch weitere Imker bei uns melden und dazu beitragen, dem Bienensterben in unserer Heimat entgegenzuwirken", so Ganske. Wer Imker ist und das Stadtbienenprojekt der BBG unterstützen will, kann sich bei Ute Tucher, E-Mail: ute.tucher@bbg-boeblingen.de oder Telefon (0 70 31) 66 02-50 melden.

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