Richtiger Ansatz

Kommentar

Artikel vom 14. Juni 2018 - 10:30

Von Dirk Hamann

Die Wirtschaft brummt, der Arbeitsmarkt ist leer gefegt, Fachkräfte werden händeringend gesucht. Böblingen steht prächtig da. Die Infrastruktur ist hervorragend - und das, was auf Vordermann gebracht werden muss, soll und kann dank sprudelnder Steuereinnahmen ertüchtigt werden. Der Ausbau der A 81 samt Deckel, die Sanierung von Schulen und öffentlichen Einrichtungen - alles ist in Planung. Und wenn mal ein neuer Kindergarten benötigt wird? Am Geld soll's nicht scheitern. Hier, in und um Böblingen, hat man den finanziellen Spielraum, um an zukunftsfähige Mobilitätskonzepte zu denken, während man woanders in Deutschland froh wäre, wenn man wenigstens so viel Geld in der Gemeindekasse hätte, um Wohnstraßen zu sanieren, die in der hiesigen Gegend nicht einmal als Feldwege durchgehen würden. Wen wundert es da, dass Menschen gerne nach Böblingen ziehen, die Einwohnerzahl nach oben schnellt?

Was paradiesisch klingt, birgt auch Probleme. Der Wohnraum geht aus. Und der, der zur Verfügung steht, mag für gut verdienende Fachkräfte bezahlbar sein - für Menschen in anderen Berufsgruppen wie im Bereich der Pflege oder der Kinderbetreuung ist er es oftmals nicht mehr. Böblingen braucht aber Wohnungen, die für alle erschwinglich sind - die Stadt wird es aber nicht alleine schaffen, dieses Problem zu lösen.

Die neue Richtlinie, die dazu dient, private Investoren mit ins Boot zu holen, um preisgünstigen Wohnraum zu schaffen, ist ein richtiger Ansatz. Diejenigen, die von der Wohnungsnot am meisten profitieren, dürfen nicht aus der Pflicht genommen werden, auch preisgünstigere Wohnungen anzubieten.

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