Unwetter trifft Kreis Böblingen hart (VIDEO/FOTOGALERIE)

In der Nach auf Freitag mussten die Einsatzkräfte bis in die Morgenstunden gegen die Wassermassen ankämpfen

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    Zwei Tiefgaragen in der Ernst-Balach-Straße standen aufgrund des starken Regens zentimetertief unter Wasser. Foto: SDMG

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Hochwasser nach Unwetter im Kreis Böblingen
In der Nacht von 31. Mai auf 1. Juni wütete im Kreis ein Unwetter, dessen Folgen auch tags darauf zu sehen waren.
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Artikel vom 01. Juni 2018 - 11:22

KREIS BÖBLINGEN. Ein Unwetter mit Starkregen und Sturmböen hat viele Rettungskräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Polizei in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in Atem gehalten. Das teilt die Feuerwehr Böblingen mit. Innerhalb kürzester Zeit breitete sich die Unwetterzelle vom Südwesten des Landkreises nach Norden aus und hinterließ eine Spur der Verwüstung.

In der Folge waren die Feuerwehren ab 23.30 Uhr aus Böblingen, Altdorf, Magstadt, Weil im Schönbuch, Sindelfingen, Hildrizhausen, Ehningen, Leonberg, Weissach, Flacht, Gärtringen, Holzgerlingen, Nufringen sowie Renningen mit allen verfügbaren Kräften und Geräten im Dauereinsatz.

 

 

Besonders im Bereich Altdorf, Hildrizhausen und Böblingen entlud sich das Unwetter kräftig, was für eine rasant ansteigende Anzahl von Einsatzstellen sorgte. Bis 3 Uhr morgens wurden die Feuerwehren inm Landkreis zu 169 Einsätzen gerufen. Die Zahl wird sich aufgrund laufender Einsätze noch erhöhen.

Ursächlich wurden der Integrierten Leitstelle Böblingen meistens unter Wasser stehende Räumlichkeiten gemeldet. Mit einer Vielzahl von Tauchpumpen und Wassersaugern arbeiteten die Einsatzkräfte unermüdlich jede Einsatzstelle ab. In Renningen mussten die Floriansjünger zu einem Dachstuhlbrand ausrücken, der mit großer Wahrscheinlichkeit von einem einschlagenden Blitz verursacht wurde.

Die großen Wassermassen ließen die Kanalisation an die Grenze des Verträglichen bringen. Durch Grobschmutz verstopften mögliche Abflussmöglichkeiten, was dazu führte, dass tieferliegende Straßenabschnitte und Unterführungen zu außerordentlich gefährlichen Örtlichkeiten wurden. In Böblingen steckten Fahrzeuge in Mitten der angestauten Wassermassen fest. Fahrzeuginsassen flüchteten teilweise auf ihre Autodächer und mussten schwimmend oder mit einem Boot befreit werden. Im Krankenhaus Böblingen konnte eindringendes Wasser im Keller rechtzeitig gestoppt und aufgenommen werden, ohne dass der Betrieb beeinträchtigt wurde.

Mit Nachlassen des Regens entspannte sich die Lage ab 2.30 Uhr merklich. Die Schadenshöhe ist derzeit noch nicht zu beziffern. Personenschäden waren glücklicherweise nicht zu beklagen.

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