Energieagentur: Viel geschafft, viel zu tun

Beim zehnten Geburtstag der Energieagentur im Sparkassenforum wurde deutlich, wie sich die Aufgaben im Klimaschutz wandeln

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    Lobten einhellig die getane Arbeit der Energieagentur (v.l.): Berthold Hanfstein, Detlef Schmidt, Alexis von Komorowski, Andre Baumann, Roland Bernhard und Martin Wuttke Foto: Bischof

Artikel vom 17. Mai 2018 - 17:47

Von Jan-Philipp Schlecht

BÖBLINGEN. Die Eröffnung der Feier zum zehnjährigen Bestehehen der Energieagentur im Kreis Böblingen geriet virtuos, wenn nicht gar furios. So engagiert griff die junge Herrenberger Pianistin Annique Göttler in die Tasten des Bösendorfer-Flügels, dass sie sich auch auf dem Böblinger Pianistenfestival nahtlos eingereiht hätte. Passend war die feurige Darbietung auch insofern, da das Thema Klimaschutz mitunter ebenfalls hoch emotional diskutiert wird. Die Emotionen kochten am Mittwoch aber eher in dem Sinne hoch, dass sich alle Beteiligten sehr erfreut über die Arbeit der Energieagentur zeigten - und deren Aufgaben für die Zukunft aufzeigten.

Seit Mai 2008 führte die Einrichtung in Böblingen zirka 1700 Impulsberatungen im Landratsamt durch. Es wurden damit Investitionen von rund 17 Millionen Euro ausgelöst. Außerdem gingen die Berater der Agentur 1400 Mal vor Ort für sogenannte Energie-Checks in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Bei der Agentur können sich private Bauherren und Firmen zu den Themen energetische Sanierung oder auch Neubau kostenlos beraten lassen. Der Vorteil: Die Einrichtung folgt dabei keinen kommerziellen Interessen und berät unabhängig.

In seiner Begrüßungsrede hob Landrat Roland Bernhard auf die Veränderungen in Sachen Klimaschutz ab: "War vor 40 Jahren noch die Ölkrise das beherrschende Thema, ist es seit dem Reaktorunglück von Fukushima die Wende auf dem Strommarkt." Hierauf müsse sich auch die Energieagentur einstellen. Von Anfang als Gründungsgesellschafter dabei ist die Kreissparkasse Böblingen. Deren Vorstandsvorsitzender Detlef Schmidt sagte: "Wir mussten uns damals 2008 entscheiden, stehen wir voll und ganz dahinter oder lassen wir es? Es war aber klar: halbe Sachen gibt es nicht, sondern nur 1 oder 0." Er sei froh, dass aus der 1 und der 0 nun eine 10 geworden sei und sicherte weiterhin seine Unterstützung zu. Und das, obwohl neben der Energieagentur auch die Niedrigzinsphase mittlerweile ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Schmidt: "Sie können sich denken, dass wir dieses Jubiläum weniger erfreulich finden."

Ein Bekenntnis zur Zukunft der Agentur gab auch der eigens angereiste Staatssekretär im baden-württembergischen Umweltministerium, Andre Baumann: "Das Land bekennt sich zur Energieagentur und wir wollen auch zum 25-jährigen Jubiläum mit Ihnen anstoßen." Den Blick in die Zukunft wendeten auch die beiden Moderatoren auf der anschließenden Podiumsdiskussion, Landrats-Vize Martin Wuttke und der Leiter der Energieagentur, Berthold Hanfstein. Sie wollten von den Teilnehmern wissen, wo sie die Herausforderungen der Agentur in der Zukunft sehen.

Mit auf dem Podium saß auch der Geschäftsführer der Stadtwerke Sindelfingen, Karl-Peter Hoffmann. Er wolle künftig noch stärker auf Fernwärme setzen, da sie einen wichtigen Beitrag zu Einsparungen im Wärmesektor leiste. Landrat Bernhard pochte auf Fortschritte im Verkehrsbereich, der mittlerweile mit 37 Prozent Anteil am CO2-Ausstoß im Kreis den Löwenanteil ausmacht. "Da befinden wir uns in einer ambivalenten Situation, da Daimler und Porsche hier im Kreis die Antriebe der Zukunft entwickeln, aber gleichzeitig dafür sorgen, dass der Verkehr immer weiter zunimmt."

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