Außerirdische finden nicht den Weg nach Böblingen

Das Interview: Regisseur und Drehbuchautor Armin Schnürle über den neuen Mania-Pictures-Film "Village People - Tod aus dem All"

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    Volle Konzentration: Regisseur und Drehbuchautor Armin Schnürle (rechts stehend, mit Kappe) bei den Dreharbeiten in einer Zimmerei Foto: Mania Pictures

Artikel vom 15. April 2018 - 18:24

CALW/BÖBLINGEN (red). Die Calwer Filmemacher des Vereins Mania Pictures melden sich mit einer neuen Produktion zurück. Im Interview erzählt Regisseur Armin Schnürle, wieso die "Jungs vom Dorf" sich jetzt mit Zombies und Außerirdischen herumschlagen - und wieso Böblingens Verkehrsprobleme die Stadt vor einer Alien-Invasion bewahren.

Herr Schnürle, Bisher machte Mania Pictures mit "Tatort Calw" gemütliche schwäbische

Krimis, jetzt kommt ein blutiger Zombiefilm? Haben Sie keine Angst, dass das Publikum Angst hat?

Niemand braucht vor irgendetwas Angst zu haben. Mir ist bewusst, dass unser Stammpublikum nicht aus Splatter- und Horrorfans besteht. Zumindest nicht primär. Der neue Film ist in erster Linie eine waschechte Mania-Pictures-Komödie, so wie man sie kennt. Im Vordergrund stehen eindeutig der Humor und der schwäbische Wortwitz.

Horror und Komödie, wie passt das zusammen?

Ich finde, dass manche Horrorthemen geradezu prädestiniert sind, um drüber zu lachen. Weil man sie einfach gar nicht ernst nehmen kann. Ich bin ein großer Freund des Horrorkinos, auch des ernsten Horrorkinos, aber die trashigen Science-Fiction-Invasionsfilme, die wir ja ein wenig parodieren, bei denen fällt es wahrlich schwer, ernst zu bleiben. Und wie gesagt, in erster Linie ist es eine sehr lustige, wenn auch ziemlich abgedrehte Komödie. Mit einem kleinen bisschen Blut. Wie immer bei unseren Filmen.

Die Village-People-Filme spielen ja im fiktiven Ort "Schweinbach". Wo liegt der denn eigentlich?

Der liegt irgendwo im Nirgendwo. Da meine Vorstellung von Schweinbach eine völlige Abwesenheit von Modernität beinhaltet, war es gar nicht so einfach, Drehorte zu finden. Immer, wenn da ein schönes, altes Gebäude steht, dann ist irgendein Neubau nicht weit. Und den wollte ich nicht haben. Deshalb mussten wir Schweinbach aus insgesamt 16 Orten im Kreis Calw zusammensetzen. Übrigens ein schönes Suchspiel für unser Publikum.

Die fünf Jungs vom Dorf, die Village People, hatten ja bereits drei Filmauftritte. Der Letzte ist aber nun auch schon wieder sieben Jahre her. Warum jetzt eine Wiederauflage? Spielte da der Namensstreit mit der ARD eine Rolle? Die haben Ihnen ja untersagt, den Titel "Tatort Calw" weiterzuverwenden.

Nein, das hat damit nichts zu tun. Das Drehbuch ist schon über zwei Jahre alt und sollte eigentlich schon vor unserem letzten Film umgesetzt werden. Allerdings gab es damals terminliche Probleme mit den Darstellern, weshalb wir dann einen weiteren Teil unserer "Tatort Calw"-Reihe gedreht hatten. Wie sich dann herausgestellt hat, den Letzten. Zumindest was die Namensgebung angeht.

Das heißt also, es gibt nie wieder einen "Tatort Calw"?

Als Antwort ein klares "Jein". Den Titel "Tatort Calw" dürfen und werden wir nicht mehr verwenden. Aber unsere Filmreihe um ein dreiköpfiges Kripo-Team, das in Calw Dienst tut, werden wir fortsetzen. Aber eben nicht mehr unter dem bekannten Titel.

Gibt es schon konkrete Pläne?

Aber sicher. Wenn man sich wie wir zum Ziel gesetzt hat, jedes Jahr einen abendfüllenden Spielfilm zu präsentieren, dann muss das nahtlos weitergehen. Ein Filmprojekt vom Schreiben des Drehbuchs bis zur Veröffentlichung benötigt ziemlich genau ein Jahr. Und das heißt, es wird höchste Zeit, mit dem Schreiben zu beginnen. Eine Idee und eine grobe Struktur stehen zwar schon, aber bis das Drehbuch fertiggestellt ist, werden noch zwei Monate ins Land gehen. Und dann müssen wir auch gleich mit der Vorproduktion beginnen, damit im Sommer gedreht werden kann.

Herr Schnürle, gibt es wieder prominente Schauspieler im neuen Film?

Oh ja. Tilo Prückner, unseren Dauergaststar, muss ich kaum noch erwähnen, der hat wieder eine kleine, aber prägnante Rolle als Dorfarzt. Auch Dieter Landuris ("Alles außer Mord") ist an Bord und Deutschlands vielleicht bekannteste Synchronstimme als Sprecher: Manfred Lehmann, der Bruce Willis seine deutsche Stimme leiht und außerdem von den "Praktiker"-Werbespots nahezu jedem Radiohörer ein Begriff sein dürfte.

In der Vergangenheit hatten Sie ja auch immer Schauplätze in Böblingen für Ihre Filme gewählt. Dieses Mal auch?

Der Film hat ja den Untertitel "Tod aus dem All". Außerirdische würden niemals den Weg nach Böblingen finden. Zumindest derzeit nicht. Aus Richtung Ehningen kommen Sie ja nur über Umwege nach Böblingen rein, wegen der Baustelle Schönbuchbahn. Von der Autobahn her ist ohnehin Dauerstau, aus Richtung Schönaich/Panzerkaserne würden Außerirdische von dieser seltsamen Verkehrsführung in die Irre geleitet werden. Deshalb wollten wir authentisch bleiben und haben diesmal nicht in Böblingen gedreht.

 

  Der Film "Village People - Invasion aus dem All" wird am Mittwoch, 18. April, um 20 Uhr im Böblinger Filmzentrum Bären und am Donnerstag, 19. April, im Kino-Center in Weil der Stadt gezeigt (letztere Vorstellung ist aber bereits ausverkauft). Vorverkaufskarten gibt es unter anderem unter http://www.mania-pictures.de im Internet.
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