Die Religionen wollen sich näher kommen

Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen haben sich getroffen, um in Zukunft auf dem Flugfeld in den Dialog zu treten

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    Intensive Gespräche zwischen den Vertretern verschiedener Religionen prägten das erste Treffen innerhalb des Projektes "Dem Himmel nah" Foto: red

Vergangene Woche startete das Projekt "Dem Himmel nah - Religion auf dem Flugfeld". 25 Teilnehmende unterschiedlicher Konfessionen und Religionen sammelten eine Vielzahl von Vorschlägen, wie die Religionen gemeinsam unter einem Dach das Leben im Stadtteil bereichern können.

Artikel vom 27. Juli 2017 - 11:30

BÖBLINGEN/SINDELFINGEN (red). "Ich wünsche diesem Projekt einen guten Start, denn wir brauchen auf dem Flugfeld solche Aktivitäten, die die Menschen aus den verschiedenen Nationen und Kulturen zusammenführen. Die Zweckverbandsverwaltung wird das Projekt unterstützen und hofft auf weitere Unterstützer/innen", sagte Peter Brenner, Geschäftsführer des Zweckverbands Flugfeld Böblingen/Sindelfingen.

Es diskutierten Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche, der evangelischen Freikirchen, verschiedener Moschee-Gemeinden, des Hinduismus sowie haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter der Caritas, des Wohn- und Pflegezentrums und des Stadtteiltreffs.

Bei der Diskussion kristallisierten sich laut Pressemitteilung der Veranstalter drei Schwerpunkte heraus. Die Koordinierungsgruppe hat sich zur Aufgabe gemacht, eine gemeinsame Identität und ein Erscheinungsbild aller Religionen auf dem Flugfeld zu entwickeln. Sie wird sich auch um geeignete Räumlichkeiten bemühen für den Aufbau eines Bürgerzentrums. Hierzu wird es eine enge Zusammenarbeit mit dem Stadtteiltreff geben.

Die Diskutierenden zeigten besonders großes Interesse am Austausch über ihre Religionen. Daher widmet sich eine weitere Interessensgruppe dem interreligiösen Dialog. So ist geplant, sich aus den Heiligen Schriften der jeweiligen Religionen vorzulesen und sich darüber auszutauschen. Außerdem sind wechselseitig Einladungen zu religiösen Festen geplant. Das Besondere: Auch die private, familiäre Ebene soll dabei durch gemeinsames Feiern eine Rolle spielen. Die Gruppe wird auch dem Bedarf an Information über die jeweils anderen Religionen Rechnung tragen sowie der der Suche nach Formen, wie die eigene Tradition heute an Kinder vermittelt werden kann.

"Ein zukunftsweisender Ansatz, der weit über Böblingen hinaus Modellcharakter entwickeln wird", meint Bratislav Bozovic von der Orthodoxen Kirche Böblingen.

Eine Interessensgruppe kümmert sich um Sport- und Musik-Angebote - vor allem für junge Menschen. Die Organisation von Konzerten oder die Gründung eines Flugfeld-Chors sollen Gelegenheiten bieten, um Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammenführen. Diese Themen sollen in den Interessensgruppen weiter bearbeitet werden.

Damit das Projekt weiter Fahrt aufnimmt, wird Pastoralreferent Andreas Senn, Initiator des Projekts "Dem Himmel nah", die Interessensgruppen koordinieren. Schon bald sollen die ersten Projekte beginnen. Die Koordinierungsgruppe wird die Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils dazu möglichst breit informieren und einladen, sich zu beteiligen.

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