Ausverkaufte Ränge im Pink Power

Squash: Bundesliga-Endrunde der Männer und deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Frauen in Böblingen

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    Bundesliga-Endrunde im Böblinger Pink Power: Simon Rösner (re.) holt den entscheidenden Satz gegen Laurens-Jan Anjema Fotos: Steve Cubbins

Das Böblinger Pink Power war erneut Austragungsort der Bundesliga-Endrunde der Männer der Deutschen Squash-Liga und für die deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Frauen.

Artikel vom 29. Mai 2017 - 14:54

BÖBLINGEN (red). Der Paderborner SC feierte dabei einen Doppelsieg. Die Männer gewannen das Finale mit 3:1 Matches gegen Hamburg, das zuvor im Halbfinale mit 2:2 Matches und 9:7 Sätzen knapp die Heimmannschaft der Sportinsel Stuttgart aus dem Rennen geworfen hatte. Mit einem 2:0 gegen Frankfurt machten die Frauen das Double der Ostwestfalen perfekt.

Im ersten Match des Männer-Finals standen sich an Position vier der für Hamburg spielende Ali El Karargui und Paderborns Tim Garner gegenüber. Garner feierte sein 20-jähriges Jubiläum in der Bundesliga. Gegen seinen 22 Jahre jüngeren Kontrahenten konnte der 47-jährige Engländer nur streckenweise mithalten. So gewann der Hamburger klar in drei Sätzen und holte den ersten Punkt für die Hansestädter.

Spieler entschließen sich, die Partie vorzeitig zu beenden

An Position drei traten Rudi Rohrmüller für Hamburg und Raphael Kandra für Paderborn an. Kandra ist in der World Tour der Professional Squash Association (PSA) unterwegs und derzeit auf Position 47 der Weltrangliste (WRL). Rudi Rohrmüller war in den Jahren 2008 bis 2012 in der PSA und hatte im Jahre 2009 mit Rang 239 seine beste Position inne. Zur Zeit spielt der gebürtige Rosenheimer lediglich in der Nationalmannschaft, selbst an deutschen Ranglistenturnieren nimmt er nur noch selten teil, weshalb der ehemalige Top-Fünf-Spieler mittlerweile bis auf Position 63 in der deutschen Rangliste (DRL) abgerutscht ist. Das tat der Qualität seines Spiels aber keinen Abbruch, er verlangte seinem Paderborner Gegner alles ab. Der spielte geduldig, und es entwickelte sich ein attraktives Spiel der beiden. Kandra siegte zwar klar in drei Sätzen, der Spielverlauf war allerdings viel ausgeglichener, als es das Ergebnis widergibt. Kandras Sieg brachte den 1:1-Ausgleich für den Titelverteidiger.

Das Match an der Spitzenposition bestritten der Australier Cameron Pilley (WRL 17), der Ersatzmann für den krankheitsbedingt ausgefallenen Hamburger Ramy Ashour (WRL 7), und Paderborns Ali Farag (WRL 8). Auch dieses Match war viel umkämpfter, als es das Ergebnis von 3:0 Sätzen für Farag vermuten lässt. Damit gingen die Ostwestfalen mit 2:1 in Führung. Paderborn brauchte also nur noch einen Satzgewinn zur Titelverteidigung. Der Weltranglisten-Elfte Simon Rösner setzte sich im ersten Satz gegen den Neunten Laurens-Jan Anjema durch und besiegelte damit die Vorentscheidung. Beide Spieler vereinbarten eigenmächtig, die Partie zu beenden, obwohl für diesen Fall eine Fortsetzung des Spiels mit verkürzten Gewinnsätzen vorgesehen war. Für das Gesamtergebnis war das Match zwar ohne Bedeutung, allerdings waren einige der angereisten Zuschauer zutiefst verärgert und enttäuscht, wollten sie doch mehr als nur einen Satz vom besten deutschen Squash-Spieler sehen. Paderborn sicherte sich damit den vierten Titel in Folge und den 13. insgesamt.

Außenseiterin El Tayeb bringt den Titel in trockene Tücher

Zum fünften Mal insgesamt und zum zweiten Mal in Folge wurden die Frauen des Paderborner SC deutsche Mannschaftsmeisterinnen. Mit Frankfurts Französin Camille Serme (WRL 3) und den beiden Paderbornerinnen Sina Wall (WRL 122) und Franziska Hennes (DRL 2) waren drei Spielerinnen aus dem letztjährigen Finale erneut am Start. Franziska Hennes machte an Position drei gegen die Frankfurterin Lisa Sedlmeier den Anfang. Die aktuelle deutsche Einzelmeisterin Hennes beherrschte zu jeder Zeit Ball und Gegnerin und gewann klar in drei Sätzen. Im Match der beiden Topspielerinnen ging Camille Serme als Favoritin gegen Nour El Tayeb (WRL 12) an den Start. In fünf Sätzen, in denen beide Kontrahentinnen Matchbälle erspielen konnten, siegte El Tayeb mit 3:2 und machte damit die Meisterschaft klar.

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