Gabriele Branz und Corinna Steimel sind Böblingerinnen des Jahres 2017

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    SPD-Stadtchef Florian Wahl, Titelträgerin Gabriele Branz, SPD-Bundestagskandidatin Jasmina Hostert und SPD-Landesvorsitzende Leni Breymaier (v.l.). Corinna Steimel, die zweite Böblingerin des Jahres war im Urlaub Foto: red

Zum Internationalen Frauentag hat die SPD wieder die Böblingerin des Jahres gewählt. In diesem Jahr gab's den Titel für eine hauptamtlich und eine ehrenamtlich Tätige.

Artikel vom 08. März 2017 - 17:06

Von Jutta Rebmann

BÖBLINGEN. Auch im Jahr 2017 ist die Wahl wieder auf eine hauptamtliche und eine ehrenamtliche Kandidatin gefallen, so SPD-Ortsvereinsvorsitzender Florian Wahl in seiner Begrüßung.

Der ehrenamtliche Part fiel Gabriele Branz zu, Motor, Seele und Gründerin der Kulturinitiative "Blaues Haus", ohne deren Engagement die Erfolgsstory dieser Kulturinstitution nicht hätte geschrieben werden können. Ähnliches lässt sich auch von Corinna Steimel sagen, die seit rund drei Jahren als Leiterin der Städtischen Galerie, dem Haus mit besonderen Ausstellungen einen eigenen Stempel aufgedrückt hat.

Die Laudatio auf Gabriele Branz hielt die Kreisvorsitzende und Bundestagskandidatin der SPD, Jasmina Hostert. 1965 in Nagold geboren, hat Gabriele Branz gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Alfredo Pucci 2003 das Blaue Haus in der Friedrich-List-Straße zunächst als reine Galerie gegründet. Die Ausstellungseröffnungen dort mit gutem Wein und kulinarischen Besonderheiten, räumten der Musik einen immer größeren Raum ein, so dass zuletzt neben einer gestiegenen Miete auch die Lärmempfindlichkeit der Anwohner ein weiteres Betreiben unmöglich machten. Darauf folgten drei Jahre als "fliegendes Unternehmen" in wechselnden Lokalitäten bis dann im Jahr 2009 das Kulturnetzwerk Blaues Haus in den jetzigen Räumlichkeiten eröffnet wurde.

Aus den damals 8 Mitgliedern sind 85 geworden, insgesamt finden mehr als 90 Veranstaltungen im Jahreslauf statt - mit immer neuen Künstlern, die damit auch immer neue Interessenten in den Bann des Hauses ziehen würden. Seele und Motor dabei sei Gabriele Branz, die im Team mit ihrer Gelassenheit und stoischen Ruhe immer der Fels in der Brandung sei. Dazu trage auch der vom Blauen Haus ausgelobte landesweite Preis für Künstler mit Behinderung bei, der die Kunst zur Brücke mache, über alle Schwierigkeiten und Ausgrenzungen hinweg. "Darum", so Jasmina Hostert, sind wir stolz auf Gabriele Branz und ihr Engagement. Sie könne sich der Unterstützung der SPD auch in Zukunft gewiss sein.

Corinna Steimel, erzählte ihr Chef, Kulturamtsleier Peter Conzelmann, habe sich "wahnsinnig" über die Ehrung gefreut - nur leider sei sie heute Abend nicht anwesend - sondern in Florida, wo sie einige Urlaubstage verbringe. Sie habe ihn aber gebeten, den Preis entgegenzunehmen und außerdem ein Video aus Miami geschickt. Und da saß sie dann in der Hotel-Lobby, hinter sich eine Skulptur von Henry Moore und freute sich ganz unverhohlen darauf, alle bei der nächsten Ausstellungseröffnung in der Böblinger Zehntscheuer wiederzusehen.

Die Ehrung für die Frau nimmt ein Mann entgegen

Die Laudatio auf die Galerieleiterin hielt Florian Wahl, der noch einmal auf die erfolgreichen Ausstellungen Corinna Steimels einging. Sowohl die "Vertraute Fremde", als auch die "Klasse der Damen", in der die Anfänge der akademischen Ausbildung für Malerinnen dargestellt wurde, seien ausgesprochene Publikumsmagneten gewesen. Corinna Steimel verstehe es ganz besonders gut, das kulturelle Erbe der Stadt um den Maler Fritz Steisslinger mit der Kultur der Welt in Einklang zu bringen. Ihre Jugendarbeit fördere zudem das Verständnis der jungen Generation für Kunst und Kultur.

Dass sich dann zwei Herren der Schöpfung angesichts der Ehrung einer Frau am internationalen Frauentag die Hände schüttelten und für die Nachwelt ablichten ließe, rief im Publikum amüsiertes Gelächter hervor.

Die Festrede zum Internationalen Frauentag hielt die Landesvorsitzende der SPD, Leni Breymaier. Engagiert rief sie zum Kampf gegen Rechtspopulismus und für Gerechtigkeit in der Gleichstellung der Geschlechter auf. Es sei bereits viel erreicht worden. Jetzt sei es an der Zeit, den Kampf für eine gleiche Bezahlung, für gleiche Arbeit fortzusetzen. Gleicher Lohn für alle sei nur gerecht, denn was mache den Unterschied zwischen jemandem, der acht Kilo Stahl trage und einer Frau, die ein acht Kilo schweres zappelndes Kind schleppt aus? Leni Breymaier machte allen Frauen Mut sich einzubringen in diese Auseinandersetzung: "Wir müssen das, was wir schon hingekriegt haben, verteidigen", meinte sie.

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