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Vier Lehrerinnen lassen sich versetzen

In Folge des kurzfristigen Schulleiterwechsels gibt es nun an der Böblinger Eduard-Mörike-Schule weitere personelle Veränderungen

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    Mit neuen Gesichtern ins neue Schuljahr: die Eduard-Mörike-Schule / KRZ-Foto: Archiv

VON DIRK HAMANN

Artikel vom 13. September 2014 - 12:27

BÖBLINGEN. Wie die KRZ berichtete, hat die Böblinger Eduard-Mörike-Schule (EMS) mit Hans-Martin Schühle vom Regierungspräsidium (RP) einen neuen kommissarischen Schulleiter erhalten. Zuvor hatte das Kultusministerium gehandelt: Um den Schulfrieden wieder herzustellen, hatte es im Einvernehmen mit der bisherigen Schulleiterin Katrin Rombold diese kurzfristig mit einer anderen Aufgabe betraut. Nach dieser Entscheidung haben sich nun vier Lehrerinnen versetzen lassen.

   Katrin Rombold wurde mit heftigen Vorwürfen konfrontiert: Die Elternschaft beklagte eine starke Zunahme von zum Teil extremer Gewalt an der Schule - und dass die Schulleiterin nichts unternehmen würde, um dieser Entwicklung entgegenzutreten. Dazu warfen sie der Rektorin vor, bewusst ausgegrenzt zu werden. Auch kam der Vorwurf auf, dass sie unter dem Einfluss der Psychologischen Beratungsstelle Jutta Dierks stünde, die von der Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen der evangelischen Landeskirche als "konfliktträchtig" eingestuft worden ist.

   Wie das RP der KRZ auf Anfrage bestätigt hat, haben nun die Konrektorin und drei weitere Lehrkräfte der EMS nach der Entscheidung des Kultusministeriums "aus persönlichen Gründen" Versetzungsanträge gestellt, denen entsprochen wurde. Alle vier Lehrkräfte, die nun die Schule verlassen, sollen laut Informationen aus der Elternschaft der EMS ebenfalls in Verbindung zur Psychologischen Lehr- und Beratungsstelle Jutta Dierks stehen. Diese ist auch, wie die KRZ in der gestrigen Ausgabe berichtet hat, Anlaufstelle für die Rektorin, die Konrektorin und eine weitere Lehrkraft der Grund- und Werkrealschule Steinenbronn. Auch an der Steinenbronner Schule wurde die Schulleitung mit heftigen Vorwürfen aus der Elternschaft konfrontiert, die jenen ähneln, die an der EMS publik geworden sind. Im kommenden Schuljahr sollen diese in Steinenbronn zwischen allen Beteiligten in einem Prozess moderierter Gespräche ausgeräumt werden - mit dem festen Ziel, das wechselseitige Verständnis zu stärken und Vertrauen wieder aufzubauen. Die vier nun frei gewordenen Stellen an der Eduard-Mörike-Schule sollen laut RP zum neuen Schuljahr neu besetzt sein.

   Derweil hat sich Katrin Rombold in einem am 10. September an die Eltern der EMS verfassten Brief verabschiedet. "Ich habe sehr gerne mit Ihnen zusammengearbeitet und bedauere außerordentlich, meine Arbeit an der Eduard-Mörike-Schule nicht fortsetzen zu können", schreibt sie. Gerne erinnere sie sich an "die vielen Aktivitäten und die schönen Feste", die zusammen geplant und durchgeführt worden seien. "Ich hatte immer nette Begegnungen und interessante Gespräche mit Ihnen, die mich angeregt und in meiner Arbeit bestärkt haben."

"Medienkampagne hat einen Scherbenhaufen hinterlassen"

   Sehr habe sie sich darauf gefreut, im kommenden Schuljahr in den Ganztagsbetrieb zu starten. Ein Konzept, das Ergebnis vieler Überlegungen und Gespräche gewesen sei, "bei dem es immer darum ging, die bestmöglichen Bedingungen für Schüler und Eltern auszuhandeln". Und weiter: "Die Medienkampagne der letzten Wochen hat einen Scherbenhaufen hinterlassen und viel Unglück gebracht." Nun wünsche sie, dass an der EMS tatsächlich wieder Ruhe einkehren möge.

   Die Elternschaft der EMS hatte zuletzt von einem "zerbrochenen Vertrauensverhältnis" zur Schulleitung gesprochen. Im KRZ-Interview betonte Daniel Pazanin, Gesamtelternbeiratsvorsitzender der Stadt Böblingen, dass an der EMS von Seiten der Schulleitung Elternrechte nicht geachtet worden seien.

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