Anzeige

Angelegenheit, die auf Prüfung wartet

EMS: Was passierte mit Kirchen-Mail?

  • img
    Angela Huber, Leiterin des Staatlichen Schulamts Böblingen

Artikel vom 22. August 2014 - 23:24

BÖBLINGEN (dih). Böblingens Oberbürgermeister Wolfgang Lützner hat - wie die KRZ berichtete - am 14. August in offenen Briefen das Regierungspräsidium Stuttgart (RP) und die evangelische Landeskirche um Stellung gebeten, mit dem Ziel, eine rasche Aufklärung der Vorfälle und Vorwürfe, die rund um die Eduard-Mörike-Schule (EMS) im Raum stehen, herbeizuführen.
   In einer Antwort für die Landeskirche schrieb Kirchenrat Georg Eberhardt, dass im Zusammenhang mit den Vorgängen derzeit ein gerichtliches Verfahren anhängig sei und er deshalb von einer "detaillierten Auskunft absehen" müsse. Allerdings fügte er hinzu, dass die Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen schon am 16. Mai 2014 eine elektronische Nachricht ans Böblinger Rathaus versandt hatte, um über die Vorfälle zu unterrichten - und "es wurde ausdrücklich ein Gespräch angeboten".
   Die KREISZEITUNG hat beim Presseamt des Böblinger Rathauses nachgefragt, wie es zusammenpassen könne, dass einerseits bereits im Mai - lange bevor die Vorfälle an die Öffentlichkeit geraten sind - eine Nachricht mit Gesprächsangebot von der Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen eingegangen sei und andererseits Lützner drei Monate später mit Nachdruck darauf pocht, von gleicher Stelle detaillierte Auskunft zu erhalten. Wolfgang Pfeiffer, Pressesprecher der Stadt, hakte nach - und kam zu folgendem Ergebnis: Die E-Mail der Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen hat zunächst eine Mitarbeiterin der Schulverwaltungsabteilung erreicht, die diese brisante Nachricht daraufhin an den Amtsleiter Josef Fischer weiterleitete. Dieser wiederum informierte im nächsten Schritt den Ersten Bürgermeister Ulrich Schwarz, der wiederum Angela Huber, Leiterin des Staatlichen Schulamts Böblingen, vom Inhalt der E-Mail in Kenntnis setzte. Diese wiederum habe, laut Pfeiffer, erklärt, sich um die Angelegenheit kümmern zu wollen, die Stadt brauche nicht aktiv zu werden.
   Etwas später habe Schwarz diesbezüglich ein weiteres Mal mit Huber Kontakt aufgenommen. "Was dabei herausgekommen ist, wissen wir derzeit aber nicht, da der Bürgermeister im Urlaub ist", berichtet Pfeiffer. "Klar ist aber, dass weder die Pressestelle noch der Oberbürgermeister informiert worden sind - damals lag die Zuständigkeit des Themas aber auch noch im Dezernat des Ersten Bürgermeisters. Der OB hat erst durch das Antwortschreiben der Landeskirche auf seinen offenen Brief von der E-Mail und dem Gesprächsangebot erfahren."
   Der Schwarze Peter in dieser Angelegenheit wird von städtischer Seite aus somit erstmal ins Staatliche Schulamt weitergespielt. Dessen Leiterin Angela Huber nimmt diesen indes nicht an: "Wenn es konkrete Vorfälle und belastbare Grundlagen gibt, die eine Prüfung erforderlich machen, gehen wir davon aus, dass diese uns zur Prüfung vorgelegt werden."

Verwandte Artikel