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Für die Radler wird die Innenstadt zum Nadelöhr

Stadt Böblingen setzt bei Baufirma der Volksbank neue Schilder durch - Pedaleure können auf Straße ausweichen

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Von Otto Kühnle

Artikel vom 22. Mai 2013 - 16:00

BÖBLINGEN. Der Umbau der Böblinger Innenstadt fordert nicht nur von Autofahrern Tribut. Auch Radler und Fußgänger müssen sich an vielen Stellen umorientieren, weil gewohnte Laufwege und Zugänge nicht mehr möglich sind. Zu einer besonderen Verschärfung haben nun die Bauarbeiten der Vereinigten Volksbank AG beigetragen. Denn mit der Sanierung und dem Umbau der Hauptstelle zwischen Stadtgrabenstraße und Listplatz wurde jetzt auch der Gehweg zwischen Elben- und Listplatz gesperrt. Nachdem auch die Rampe entlang des Kreissparkassenbaus auf der gegenüberliegenden Seite gesperrt ist, müssen sich Fußgänger von hier aus neue Wege zu den Kaufzentren suchen.

Betroffen sind aber auch alle Radler, die ihren Weg von der zentralen Böblinger Drehscheibe Richtung Sindelfingen wählen. Insbesondere zu Schichtbeginn und -ende ist diese Achse für viele radelnde Daimler-Mitarbeiter der schnellste Weg ins Werk nach Sindelfingen. Die standen vergangene Woche ebenso wie die Fußgänger vor einem etwas kryptischen Hinweisblatt, das ans Sperrgitter geheftet war. Zum Kaufzentrum möge man bitte die Umleitung über die Friedrich-Ebert-Straße nutzen. Ohne Pfeil und sonstige Hinweise. Nun dürfte nur ein Bruchteil der Einheimischen wissen, wo die Friedrich-Ebert-Straße liegt. Zumal man die gar nicht benutzen muss, wenn man von der Stadtgrabenstraße kommend an der Volksbank vorbei, den Bauzaun entlang über den Listplatz die Straße ins Kaufzentrum quert.

Doch noch ehe der Anruf der KREISZEITUNG von der städtischen Pressestelle an das Ordnungsamt weitergeleitet wurde, war man dort aktiv geworden. Die Baufirma habe man angewiesen, für klare Verhältnisse in Sachen Umleitung zu sorgen. "Wir gehen aber davon aus, dass im Straßenverkehr geübte Radfahrer die Straße nutzen werden - dies ist ja erlaubt. Die angebotene Radwegeführung ist eher als Angebot für die anderen gedacht", teilt Pressesprecher Wolfgang Pfeiffer mit.

Zu spät kommen solche Veränderungen und Erklärungen wohl für Martin Rebmann. Der hat seine Mitarbeit im Arbeitskreis Radverkehr aufgekündigt, "weil ich den Eindruck habe, dass der Stadtverwaltung das Wohl von Fahrradfahrern und Fußgängern völlig gleichgültig ist." Anlass für ihn war war die aktuelle Situation zwischen Citycenter und Elbenplatz. "Vom Heim Sonnenhalde her kommend war auf beiden Seiten der Straße kein Durchkommen mehr", kritisiert er gleichzeitigen Baumaßnahmen auf beiden Seiten der Straße. "Für unnütze Diskussionen ist mir die Zeit zu schade", begründet er seinen Schritt. Eingaben an die Stadtverwaltung bezüglich der Situation von Fußgängern und Radfahrern blieben ohnehin meist folgenlos.

Was auch in einem Leserbrief der KRZ kritisiert wird, die parallel ablaufenden Bauarbeiten bei der Kreissparkasse und der Volksbank, ist jedoch keine Willkür. "Wir bauen nicht, weil die Kreissparkasse baut", erläuterte jüngst Volksbank-Chef Wolfgang Klotz den Aktionären. Seit 2008 schon bestünden entsprechende Pläne. Erst mit dem Verkauf der bisherigen Hauptstelle an die Stadt Sindelfingen und dem Baubeginn auf dem Feger-Areal seien aber dort die Voraussetzungen für die Neuordnung der Bank geschaffen worden, so dass auch in Böblingen mit den Baumaßnahmen begonnen werden könne. Die Kreissparkasse saniert nach dem Bezug des Neubaus ihr Altgebäude und schafft einen neuen Zugang zur Tiefgarage.

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