Dachtel: Gisela Boller erhält Bundesverdienstkreuz

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    Gisela Boller (Mitte) mit den Laudatoren: Staatsministerin Friedlinde Gurr-Hirsch und Bürgermeister Ekkehard Fauth Foto: red

Artikel vom 08. Juni 2019

Von Holger Schmidt

AIDLINGEN. Eine zahlreiche Festgesellschaft - Freunde, Weggefährten und Unterstützer - hatte sich am Donnerstagabend im Schlosskeller Deufringen versammelt, um eine ganz besondere Frau mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland zu ehren: Gisela Boller. Als Vorsitzende des Vereins "Dachtel hilft kranken Kindern" hat sie zusammen mit ihren Mitstreitern seit 2003 über 350 000 Euro an Spenden zusammengetragen und der guten Sache zukommen lassen. "Sie haben Übermenschliches geleistet", gratulierte Laudatorin Staatsministerin Friedlinde Gurr-Hirsch zur hohen Auszeichnung.

Der unermüdliche ehrenamtliche Einsatz von Gisela Boller ist auch einem tragischen persönlichen Schicksal geschuldet: dem Tod ihrer gerade einmal siebenjährigen Tochter Katrin, die im Jahr 2000 nach langem Kampf einem Krebsleiden erlag. Wo sich andere aber zurückziehen, schöpft die heute 58-jährige Dachtelerin aus diesem persönlichen Verlust eine nicht enden wollende Kraft. Es begann 2003 mit einem ersten Hobbykünstlermarkt, organisiert auf Initiative der Künstlerin Gudrun Erbele, der ebenso wie viele andere Veranstaltungen längst zur festen Institution in der Gemeinde geworden ist. Alle Reinerlöse kommen seitdem der Kinderklinik Tübingen zugute, zu der Gisela Boller durch die langjährige Behandlung ihrer Tochter eine enge Verbundenheit entwickelt hat.

Mit dem warmen Geldsegen aus Aidlingen konnte dort unter vielem anderen ein Spielzimmer eingerichtet werden, das Elternzimmer renoviert, der Kinderclown finanziert, sieben Elternbetten und ein Elternsessel sowie ein Dialysegerät für Kinder im Wert von 28 000 Euro angeschafft werden.

"Überall überzeugen sie mit ihrem Anliegen, sie sind eine unglaublich gute Motivatorin", sagte Friedlinde Gurr-Hirsch. "Wir sind stolz, eine solch engagierte Mitbürgerin zu haben", unterstrich Bürgermeister Ekkehard Fauth, der sehr gerne zusammen mit anderen den Antrag zur Ehrung von Gisela Boller auf den Weg gebracht hatte.

Dank an alle Spender und Unterstützer

Der Geehrten selbst war der Auflauf zur Feierstunde, musikalisch untermalt vom chilenisch-stämmigen Gitarristen Sergio Vesely und den Dachteler "Tipianern", fast schon ein wenig unangenehm. "Es ist gar nicht so einfach, wenn man so geflasht wird", suchte sie nach Worten, "den eigenen Namen auf der Homepage des Bundespräsidenten zu lesen, ist grandios." Ihr großer Dank aber ging an alle Spender und Unterstützer. "Das konnte ich nur erreichen mit sehr vielen Helfern, ich müsste meine Medaille eigentlich teilen."

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