Premiere von Thorsten Ströher

Musikverein Grafenau gibt Konzert in der Johannes-Kirche in Döffingen

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    Das Große Blasorchester des Musikvereins mit dem neuen Dirigenten Thorsten Ströher Foto: red

Artikel vom 16. Dezember 2015 - 14:24

GRAFENAU (red). "Diesen Termin trage ich mir jedes Jahr als einen der ersten in meinen Kalender ein" - mit diesen Worten begrüßte Pfarrer Leszek Leja am 13. Dezember - dem dritten Adventssonntag - das zahlreich erschienene Publikum in der Johannes-Kirche in Döffingen. Gemeint ist damit das alljährliche Kirchenkonzert des Musikverein Grafenau, das mit einem stimmungsvollen Programm den Zuhörern eine willkommene Zuflucht vor der oftmals stressigen Vorweihnachtszeit bietet. Erstmals unter der Leitung von Thorsten Ströher, der im September diesen Jahres den Taktstock übernahm, erarbeitete das Große Blasorchester in kürzester Zeit ein anspruchsvolles Repertoire.

Vom ersten Stück an, der "Sinfonia" aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, war dem neuen Dirigenten die Hingabe an die Musik anzusehen. Diese Begeisterung übertrug sich auch auf die Musiker, die das Publikum mit den getragenen Passagen des zweiten Stückes "King Arthur" zum Träumen von der Artus-Legende einluden. Wie ein roter Faden zog sich jedoch insbesondere eine Melodie durch den Konzertabend: das Kirchenlied "Macht hoch die Tür". Charmant forderte Moderatorin Lea Schneider die Zuhörer dazu auf, selbst musikalisch aktiv zu werden. So sangen sie im Laufe des Abends die insgesamt fünf Strophen und wurde dabei von unterschiedlichen Orchesterbesetzungen begleitet.

Und weil Bach so gut zu Kirche passt, folgte ein weiteres Werk von ihm: die bekannte Kantate "Wachet auf, ruft uns die Stimme". In dem Choral, ursprünglich geschrieben von Philipp Nicolai, lässt Bach das Miteinander von Seele und Christus erlebbar werden. Eine Beziehung wird aufgebaut, die nur durch den gegenseitigen Glauben aneinander Bestand hat.

Eine Beziehung der etwas anderen Art erwartete die Zuhörer dann mit dem "Traum des Oenghus". Dieses Werk beruht auf einer gleichnamigen irischen Sage, in der dem Königsohn Oenghus nachts im Schlaf eine wunderschöne Jungfrau erscheint. Er verliebt sich unsterblich in sie, doch da sie vorerst nur im Traum existiert und somit für Oenghus unerreichbar bleibt, wird dieser schwer krank. Diese Traumvision setzt der erste Teil dieser Komposition in Klänge um. Das anfänglich mysteriöse und zugleich bedrohliche Motiv findet seinen Höhepunkt in einer sich immer steigernden Instrumentation und Dynamik, die die Zuhörer sichtlich überwältigt hinterließ.

Um die Stimmung wieder aufzuhellen, ging es mit einem dreisätzigen Werk schottischer Volkslieder weiter. "From the Highlands" entführte die Zuhörer mit entsprechenden Harmonien und Rhythmen in die Traditionen, Kulturen und Landschaften des malerischen Schottlands. Den Abschluss dieses rundum gelungenen Konzertes bildete die Vertonung der märchenhaften Liebesgeschichte "Die Schöne und das Biest".

Für ihre musikalische Leistung ernteten die Musiker anhaltenden Applaus, den sie mit dem fröhlichen Swing "Rudolph, the Red Nosed Reindeer" als Zugabe belohnten.