Nicht jedes Vogeljunge ist verwaist

Tipps zum Umgang mit Jungvögeln

Artikel vom 13. Mai 2020 - 15:00

SINDELFINGEN (red). Das Amt für Grün und Umwelt der Stadt Sindelfingen erhält momentan wieder viele Meldungen über vermeintlich hilflose Jungvögel, die Menschen gefunden haben. Oft ist der Vogel nicht verwaist, gibt das Amt zu bedenken. Die Jungen vieler Vogelarten verlassen das Nest, bevor ihr Gefieder vollständig ausgebildet ist. Es handelt sich um fast flugfähige Jungvögel. Diese stehen durch Rufe mit den Eltern in Verbindung, die sich - sobald der Mensch verschwunden ist - wieder um die Kinder kümmern.

Wenn ein Vogel in einer hilflosen Situation aufgefunden wird, sollte er also zunächst über einen längeren Zeitraum aus der Ferne beobachtet werden. Wildvögel, die eindeutig Pflege benötigen, gehören nicht in menschliche Obhut und sollen nicht mit nach Hause genommen werden. Sie gehören in die Hände erfahrener Vogelpfleger. Diese können die Situation in der Regel gut beurteilen und entscheiden, ob Hilfe notwendig ist.

Im Raum Sindelfingen gibt es ein Netzwerk ehrenamtlicher Vogelpfleger, die weiterhelfen. Sollte es notwendig sein, den Vogel zu transportieren, wird dieser vorsichtig eingefangen und in einen mit Zeitungspapier ausgelegten Karton gesetzt. Er sollte nicht luftdicht, aber lichtundurchlässig sein. Anschließend wird das weitere Vorgehen mit den ehrenamtlichen Vogelpflegern abgestimmt. Notrufnummern in Sachen Vögel unterhalten: Susanne Griesbach, Telefon (0 70 33) 419 86, und Astrid Grauel, Telefon (0 71 52) 33 48 40 oder (01 76) 24 74 21 31. Sollten sie nicht erreichbar sein, kann auch ein Tierarzt angerufen und der Vogel dort hingebracht werden. Tierärzte sind verpflichtet, Wildtiere zu behandeln.

Das Vogelzentrum des Natur.Erlebnis.Sindelfingen. gibt Tipps zum Umgang mit vermeintlich hilflosen Jungvögeln oder verletzten Vögeln. Info unter sindel fingen.de/naturerlebnis zu finden.

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