Schnippchen auf der Schnäppchenjagd

Württembergischer Philatelistenverein empfiehlt coronafreien Briefmarkenkauf bei Fernauktionen

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    Vielleicht findet die Briefmarken-Sammlerei wegen Corona wieder mehr Anhänger? Foto: Archiv

Artikel vom 06. April 2020 - 18:12

SINDELFINGEN (red). Briefmarken sammelt man meist im regelmäßigen Austausch mit ähnlich gestrickten Kollegen. Die sogenannten Philatelisten sind meist in einem der etwa 120 örtlichen Briefmarkensammlervereine in Südwestdeutschland organisiert, die auch dem Bund Deutscher Philatelisten angehören. Die Aktivsten unter ihnen kommen regelmäßig im Vereinstreff zum Tauschen und Plaudern zusammen. Wegen der Corona-Beschränkungen ist das derzeit aber nicht möglich.

Auch bisher schon ersteigerten Sammler die Briefmarken, Sätze, Blöcke, Bogen, Streifen, Zusammendrucke, Ganzsachen, gefüllten Steck- oder Vordruckalben oder Kartons mit ganzen Sammlungen jeder Größenordnung bei Auktionen in darauf spezialisierten Handelshäusern. Dort sitzt man meist dicht gedrängt im Auktionssaal und hält seine Teilnehmernummer hoch, wenn das Los, das man ersteigern will, aufgerufen wird. Auch das ist derzeit wegen der Seuchengefahr nicht mehr erlaubt.

Doch die Sammlergruppe Sindelfingen des Württembergischen Philatelistenvereins (WPhV) weiß einen Weg, wie man Corona ein Schnippchen schlagen kann, um an Schnäppchen zu kommen: das Ersteigern von Auktionslosen auf einer Fernauktion ohne Teilnehmer im Saal mit ausschließlich schriftlichen Geboten, was in seuchenfreien Zeiten eher selten ist. Dabei werden ab einem vorher festgelegten Zeitpunkt alle bis dahin eingegangenen Gebote für die gelisteten Lose gesichtet, dem jeweils Höchstbietenden wird der Zuschlag erteilt. Diese Form der Auktion könnte praktisch von einer einzigen Person durchgeführt werden, ohne dass sie mit einem weiteren Menschen in Berührung kommt. Infektionsgefahr: gleich null.

Auch die Lose selbst, die dem Käufer anschließend zugesandt werden, stecken nicht an: Sollten sich auf einem Los tatsächlich schädliche Viren befunden haben, so hätten sie in trockenem Milieu lediglich eine Überlebenschance von ein paar Stunden gehabt, wie Wissenschaftler versichern, also nur ein Bruchteil der Zeit, die eine Postsendung unterwegs ist.

Die nächste Fernauktion mit ausschließlich schriftlichen Geboten bei einem Auktionshaus im Raum Stuttgart findet voraussichtlich Anfang Mai statt. Interessenten sollten die Liste der Auktionslose möglichst bald beim WPhV anfordern - unter Telefon (0 70 31) 80 12 88 oder unter der Mail-Adresse sindelfingen@wphv.de. Eine vorherige Besichtigung der Lose im Internet oder direkt vor Ort im Original ist nach Terminabsprache möglich.

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