Fans gedenken in Sindelfingen der Unfallopfer

Polizei sieht kein Fehlverhalten des Lkw-Fahrers, an dessen Fahrzeug das Auto von Ingo und Suzana Kantorek zerschellt ist

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Viele Fans des RTL-II-Stars Ingo Kantorek, der in der Nacht auf Freitag bei einem Unfall auf der Autobahn 8 bei Sindelfingen zusammen mit seiner Frau Suzana ums Leben gekommen ist, trauern öffentlich um ihr Idol. An der Unfallstelle entstand am Wochenende eine kleine Gedenkstätte.

Artikel vom 20. August 2019 - 10:27

Von Werner Held

SINDELFINGEN. Wie berichtet, krachte am Freitag gegen 1.45 Uhr auf dem Rastplatz Sommerhofen ein Pick-up der Mercedes-X-Klasse mit hoher Geschwindigkeit auf einen Sattelzug. Die Tachonadel des Unfallwagens soll bei 110 Kilometer pro Stunde stehen geblieben sein. Auf dem Beifahrersitz saß Ingo Kantorek, der in der RTL-II-Dokusoap "Köln 50607" den Biker Alex Kowalski spielte. Der 44-Jährige starb am Unfallort. Gefahren hat den Pick-up Kantoreks Ehefrau Suzana (48). Sie erlag am Freitagmorgen ihren Verletzungen in einem Krankenhaus.

Das Paar soll auf der Rückfahrt von einem Italien-Urlaub gewesen sein. Den Pick-up hatte es sich für diese Reise zum Probefahren ausgeliehen. Warum das Auto mit hoher Geschwindigkeit auf den Parkplatz schoss, die Betonleitwand touchierte und letztlich am Sattelzug zerschellte, ist rätselhaft. Ein Gutachter hat in der Unfall-nacht die Arbeit aufgenommen. Bis er Ergebnisse vorlegen kann, könne es nach Auskunft von Polizei-Pressesprecherin Yvonne Schächtele mehrere Wochen lang dauern.

Ein Fehlverhalten des 60-jährigen Lkw-Fahrers, der zum Unfallzeitpunkt in seinem Truck geschlafen hatte, sieht die Polizei nicht. Der Lastzug, beschreibt Yvonne Schächtele die Situation, sei zwar auf keinem markierten Parkfeld abgestellt gewesen, sondern auf der Fahrbahn hinter einer Reihe von Schrägparkplätzen. Doch die Fahrspur, die verblieb, sei so groß gewesen, dass selbst ein weiterer Laster bequem durchgepasst hätte. Ein Behinderung des Verkehrs, die den Unfall provoziert hätte, sieht die Polizei nicht.

Das schreckliche Ende von Ingo Kantorek wird in den sozialen Medien rauf- und runterdiskutiert. Viele Fans geben dort auch ihrer Trauer Ausdruck. Andere sind an die Unfallstelle gefahren und haben dort Kerzen, Teelichte und ewige Lichter abgestellt. Vor den Leuchten liegen ein Rosen- und ein Gladiolenstrauß. Ein Foto der Verstorbenen und ein Trauerbrief stechen heraus. "Erinnerungen, die unsere Herzen berühren, gehen niemals verloren", heißt es in einem aufgeschlagenen Buch.

Auf dem Rastplatz Sommerhofen geht inzwischen der übliche Betrieb weiter. Lastzüge und Personenwagen halten an. Doch den meisten Insassen fällt der Ort der Trauer nicht einmal auf. Andere Dinge sind wichtiger. Zwei Meter neben Kerzen und Blumen führt eine Frau ihrer kleinen Hund Gassi.

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