Thekla Walker: Teach First Fellows für alle Schularten

Da die Goldbergschule ihren Weg zur Gemeinschaftsschule abgeschlossen hat, kann sich nicht mehr von den Helfern profitieren

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    Die Landtagsabgeordnete Thekla Walker (an der Tafel links) besucht die Klasse 5 b der Gemeinschaftsschule Goldberg Foto: red

Artikel vom 01. Juli 2019 - 18:12

SINDELFINGEN (red). Die Grünen-Landtagsabgeordnete Thekla Walker setzt sich dafür ein, dass die Gemeinschaftsschule Goldberg in Sindelfingen weiterhin das Teach-First-Fellow-Programm in Anspruch nehmen kann. Das sagte sie bei einem Besuch der Schule.

15 Schülerinnen und Schüler der Klasse 5 b sitzen konzentriert in ihrem Klassenzimmer, als Thekla Walker die Gemeinschaftsschule Goldberg besucht und eine IL-Stunde betritt. Ein paar weitere haben es sich auf dem Flur oder in der Sonne gemütlich gemacht. IL bedeutet "Individuelles Lernen" - und das geschieht hier tatsächlich. Jede Klasse soll nach Möglichkeit zwei solche Lerneinheiten täglich zur Verfügung haben. Zwar ist der Wochenplan vorgegeben, doch wann und wie die Jugendlichen die Aufgaben erledigen, bleibt ihnen selbst überlassen. Zusätzlich dazu und zum regulären Unterricht führen die Lehrkräfte viermal pro Schuljahr ein Coaching-Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern, bei denen es schon mal emotionaler zugehen kann.

"Unglaublich, wie konzentriert hier gearbeitet wird", staunt Thekla Walker. "Durch das individuelle Lernen wird den Schülern schon früh vermittelt, dass sie Eigenverantwortung tragen und selbstständig ihre Ziele erreichen können. Wir müssen endlich verstehen, dass es heute auch andere Arten gibt, wie man lernen kann und auch sie erfolgreich sind. Ich habe manchmal das Gefühl, dass wir Schule noch sehr ideologisch denken."

Grund des Besuchs der Abgeordneten war die Teach-First-Initiative, die der Gemeinschaftsschule Goldberg nur noch für das laufende Schuljahr bewilligt worden ist. Teach First entsendet und begleitet ausgebildete Fellows mit Uni-Abschluss an Werkreal- und Hauptschulen in sozialen Brennpunkten. Sie sollen Kinder und Jugendliche beim Übergang zwischen den Schulsystemen unterstützen. Die Goldbergschule wird von diesem Programm nicht mehr profitieren können, da ihr Weg von der Werkreal- zur Gemeinschaftsschule abgeschlossen ist.

"Meiner Meinung nach bräuchte jede Schule Fellows. Ihre Arbeit ist wichtig und sie wird sicher überall dringend benötigt. Leider werden die Ressourcen an dieser Stelle in die falsche Richtung gesteuert. Es gibt zu viele Töpfe im Bildungssystem, die gefüllt werden wollen - ein Dickicht an unterschiedlichen Schulformen, das man eleganter zusammenfassen könnte. Gerade am Beispiel von Teach First erkennt man, wie sie gegeneinander ausgespielt werden", so Walker weiter. Man dürfe diese Maßnahmen nicht auf die Schulart beziehen, sondern müsse die jeweiligen Bedingungen zugrunde legen. Diese seien am Goldberg gegeben.

Die Goldbergschule möchte auch weiter eine gute schulische Bilanz ziehen können. Im Wahlpflichtfach Wirtschaft und Informationstechnik wird die Schule am 2. Juli mit dem Landespreis für ihre besonderen Leis-tungen ausgezeichnet. "Das ist ein weiterer Beweis dafür, mit welcher Qualität die Schule ihren Unterricht gestaltet und die Schülerinnen und Schüler erfolgreich zum Abschluss führt. Projekte, die dies zusätzlich fördern, sollten wir lieber ausweiten und auf stärkere Füße stellen, als reduzieren", betont Thekla Walker.

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