FDP strebt mindestens vier Ratssitze an

Sindelfinger Liberale haben Gemeinderats- und Kreistagskandidaten nominiert

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    Die ersten fünf Gemeinderatskandidaten der FDP (v. l.): Michael Reinert, Max Reinhardt, Andreas Knapp, Albrecht Braun und Andreas Beyer Foto: red

Artikel vom 15. März 2019 - 17:48

Von Werner Held

SINDELFINGEN. Andreas Knapp ist Spitzenkandidat der Sindelfinger FDP sowohl für die Gemeinderats- als auch für die Kreistagswahl am 26. Mai. Auf der Liste der Liberalen wimmelt es nur so vor Ärzten und Zahnärzten. Einer ist aber nicht mehr dabei: Der Frauenarzt Jürgen Konzelmann, der derzeit zusammen mit Knapp das Fähnlein der Partei im Gemeinderat hochhält, hört nach zwei Amtszeiten auf. "Ihm ist es zu viel geworden", begründet Listenführer Knapp diesen Schritt. Einem Arzt falle es schwer, ein Gemeinderatsmandat auszufüllen, wenn immer wieder kurzfristig Sitzungen anberaumt oder verlegt würden, sagt Knapp.

Andreas Knapp zog 1980 mit 20 als jüngster Stadtrat im Land in den Sindelfinger Gemeinderat ein. Nach einer Pause kehrte er 1989 ins Stadtparlament zurück. Knapp gehört auch dem Kreistag an. Und von 2009 bis 2014 war er zudem Mitglied des Regionalparlaments. Knapp freut sich besonders darüber, dass die Liberalen 14 Kandidaten unter 35 Jahren auf ihrer Gemeinderatsliste hätten und damit alle anderen Wahlvorschläge toppen würden. Auf Platz 2 steht beispielsweise der Student Max Reinhardt (Jahrgang 1999). Dass der Anteil von Kandidatinnen ein bisschen mager ist, verhehlt Knapp nicht: "Wir hätten gern mehr Frauen auf unserer Liste gehabt."

Platz 3 belegt Dr. Andreas Beyer. Der Rechtsanwalt hat in früheren Jahren auch schon mal bei den Freien Wählern kandidiert. Ihm folgt Albrecht Braun. Der Betriebswirt ist Mitglied des Regionalparlaments. Dort vertritt er den Landkreis Esslingen. Er ist seit der letzten Wahl nach Sindelfingen gezogen und mischt jetzt hier in der Kommunalpolitik mit.

Im Gemeinderat haben die Freien Demokraten derzeit zwei Vertreter. Sie hatten auch schon mal vier. Und diese Zahl wollen sie am 26. Mai mindestens wieder erreichen. Von den zwölf Sitzen, die dem Wahlkreis Sindelfingen bei der Kreistagswahl zufallen, halten die Liberalen einen. Den wollen sie auf jeden Fall verteidigen.

Die FDP bekennt sich zum Industriestandort Sindelfingen. "Einer Erweiterung des Daimler-Werks stehen wir offen gegenüber", heißt es in ihrem Wahlprogramm. Sie wollen zudem Gewerbeflächen für andere Unternehmen. Die Liberalen wollen auf die Senkung des Gewerbesteuerhebesatzes dringen. Die zwei Sindelfinger Gemeinschaftsschulen sollen nach FDP-Ansicht auf zwei konzentriert werden; damit gäbe es Raum für ein weiteres Realschulangebot.

Die FDP bleibt bei ihrem Vorschlag, dass die Stadt den gewerblichen Teil des Domo kauft und dort "eine kulturelle Einrichtung mit regionaler Strahlkraft schafft". OB Bernd Vöhringer fordern Knapp & Co. auf, den anstehenden Generationenwechsel zu nutzen, "um die Arbeit des Gemeinderats zu professionalisieren und einen neuen Anlauf bei der Haushaltskonsolidierung zu nehmen". Sie treten dafür ein, die unechte Teilortswahl vor den Kommunalwahlen 2024 abzuschaffen, die Ortschaftsverfassung und die Ortsvorsteher in Maichingen und Darmsheim aber unangetastet zu lassen.

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