"Familienwelt" begeistert nicht alle

Umfrage: Was halten Badegäste von einem neuen Konzept für das Sindelfinger Badezentrum?

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Artikel vom 25. Februar 2019 - 16:12

Von Meike Walz und Dennis Weber

SINDELFINGEN. Der Sindelfinger Gemeinderat diskutiert derzeit darüber, wie es mit dem Hallenbad weitergehen soll. Die Verwaltung schlägt vor, neben die "Sportwelt" und die "Saunawelt" eine "Familienwelt" mit Rutschenlandschaft zu stellen und das Bad zum "Familienbad Nummer 1 in der Region" auszubauen. Die KRZ hat sich im Vorfeld der Bürgerinfo zur Konzeption des Badezentrums am Mittwoch (siehe Info) umgehört, was Badegäste zu den Plänen sagen.

Die 71-jährige Eveline Puder aus Grafenau, die sich fünfmal die Woche auf den Weg in das Badezentrum begibt, hält nichts von der Umgestaltung des Hallenbads: "Das Bad würde sonst zu voll werden, die Leute würden mich beim Schwimmen behindern. So wie es ist, ist es optimal." Zudem macht sie sich Sorgen darüber, dass das Schwimmbad während der Bauzeit für längere Zeit geschlossen sein könnte. "Wo soll ich denn dann duschen, nachdem ich im nebenliegenden Fitnessstudio trainiert habe?"

Peter Carle (60) aus Sindelfingen sieht das etwas anders. Er findet die Idee gut. Das Freibad sei bei Jugendlichen sehr beliebt, der Hallenbereich lasse jedoch zu wünschen übrig. "Der Familienbereich ist bei der Planung damals zu kurz gekommen", sagt Carle. Seien hauptsächlich Familien im Bad, platze der Nichtschwimmerbereich aus allen Nähten, während das Schwimmerbecken unterbelegt sei. Allerdings ist er froh, dass die Privatisierung vom Tisch ist. "Es muss ein Weg gefunden werden, mehr Leute zu gewinnen, ohne zu viel Geld für ein Luxusspaßbad auszugeben. Preislich muss das Bad für Familien erschwinglich bleiben."

Auch die 14-jährige Celina Gleixner ist begeistert. Die Sindelfingerin kommt derzeit nur einmal die Woche in das Schwimmbad, wenn ihr kleiner Bruder dort einen Schwimmkurs absolviert. Bisher sei das Bad eher etwas für Erwachsene und langweilig für Kinder. "Wenn es umgebaut wird, würden wir bestimmt öfter kommen", sagt sie. Das Schwimmerbecken sollte aber weiterhin so bleiben, wie es ist.

Ganz anderer Meinung ist hingegen der 78-jährige Karl Konz. Für ihn und seine Frau müsste sich nichts ändern. "Wir kommen zweimal die Woche hierher, einmal ins Bad und einmal in die Sauna", sagt er. Von einer Verkleinerung der Sauna hält er daher nichts. Ihm gefalle Sindelfingen gerade deswegen, weil es nicht so stark besucht sei im Vergleich zu Böblingen.

Die Krankenschwester Helena Hass stört vor allem die Flächenversiegelung, die mit einem Anbau einhergehen würde. Solange weiterhin Kurse stattfinden, hätte die 29-jährige ansonsten nichts gegen ein Erlebnisbad.

Der 45-jährige Sindelfinger Marcus Palm würde in Zukunft auch mit seinen Kindern kommen, würde die Stadt das Bad erweitern. Ihm ist jedoch wichtig, dass der Schwimmbereich vom Familienbereich getrennt wird. "Wenn ich als Single oder mit meiner Partnerin in das Bad komme, möchte ich in Ruhe schwimmen können."

Leandra Metzger (21), Studentin aus Tübingen, steht dem Thema zwiegespalten gegenüber. Einerseits ist sie begeisterte Schwimmerin und freut sich über viel Platz. Anderseits sei ein Umbau des Badezentrums vor allem für Familien aus dem Kreis Böblingen schön, da das nächste Spaßbad in Filderstadt ist.

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