Ozeanien und Exoten in Sindelfingen

Fisch & Reptil lockt drei Tage lang Hobbyisten aus ganz Deutschland in der Messehalle

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    Monan Sütel (links) zeigt den interessierten Besuchern Mary, eine dunkle Tigerpython

Artikel vom 02. Dezember 2018 - 19:00

Von Claudia Bauernfeind

SINDELFINGEN. Die Fisch & Reptil lockte von Freitag bis Sonntag Aquarium- und Terrarium-Fans in die Messe Sindelfingen. Drei Tage lang wehte ozeanisches und exotisches Flair durch die Messehalle. Hobbyisten und Liebhaber informierten sich über die Neuheiten in der Welt der Aquarien und Terrarien, ließen sich von den Fachleuten beraten und stürzten sich ins Einkaufvergnügen.

Das Angebot der Aussteller hatte zu bieten, was Aquarianer und Terrarianer zur Gestaltung ihres Hobbys benötigen. Alles was kriecht, schleicht, krabbelt oder durchs Wasser gleitet war ebenso zu finden, wie Ausstattung, Zubehör und Informatives. Wer allerdings die angekündigte "Crab City" suchte, wurde enttäuscht. Die Messeorganisatoren bedauerten diesen, aufgrund eines Unfalls fehlenden Programmpunkt. Die als Highlight angekündigte Krabbenstadt wäre so kurzfristig nicht mehr aufzufangen gewesen, lautete die Erklärung der Verantwortlichen. Dennoch ließ das Angebot keine Wünsche offen: Bühnenshows, Fachsymposien und Workshops waren mit Expertenwissen gut gefüllt.

Die Einrichtung von Biotop-Aquarien, Lebendfutter selbst gemacht oder die neu entdeckten Reptilienarten des Indopazifiks waren im Themenangebot zu finden. Dazu gab es Wissenswertes aus der Insektenküche. Heuschrecken, Käfer und Würmer kross gebraten.

Frisch aus der Pfanne konnten die Gäste die eiweißreiche Kost probieren. Dazu gab es Tipps zur Zubereitung, Aufbewahrung und richtigen Essmethode. Erläutert wurde unter anderem, dass die Tiere bisher nicht als Nahrung zugelassen seien und daher nur im Zoohandel erworben werden könnten. Nach dem Kauf sollten die Tiere zwei Tage gefüttert und dann im Kühlschrank zum Schlafen gelegt werden. Dann könnten die schlummernden Insekten entweder für die längere Aufbewahrung tiefgekühlt oder für fünf Minuten in der Pfanne kross gebraten werden. Beim Verzehr sollte allerdings auf gutes Durchkauen geachtet werden, damit das wertvolle Protein auch vom Körper aufgenommen werden könne. Viele Gäste, vor allem unerschrockene Kinder, ließen sich zu einem Probiererle hinreißen. Aber auch erfahrene Insektenesser waren dabei. Wie ein Besucher, der erklärte: "Die haben ja nicht viel Eigengeschmack, schmecken fast wie Erdnussflips. Aber man kann sie vielseitig würzen oder mit Schokolade überziehen und eventuell sogar mit Zimt und Zucker genießen."

Wer anstatt zu probieren, lieber staunen und kaufen wollte, dem bot die Vielzahl der Aussteller reichlich Möglichkeiten. Zoologischer Grundbedarf, wie Wasser- oder Trockenbecken, Wurzeln, Pflanzen und Futter gab es an jeder Ecke zu erwerben. Sogar originale Tiernachbildungen aus einem künstlichen Gestein, das in flüssiger Form verarbeitet und auch als Material zur Aquariumdekoration dient, konnten als Deko-Zoo für den heimischen Garten erworben werden. Mit einer Korallenzuchtanlage war auch ein lokaler Anbieter vertreten. Seit 2004 werden in Holzgerlingen seltene Korallen gezüchtet sowie Pflegezubehör und Futtermittel angeboten.

Tierschützer protestieren

Auf der separierten Zierfisch- und Reptilienbörse stellten private Züchter ihre Fische, Schildkröten, Spinnen und Schlangen zum Erwerb aus. Dieses Angebot allerdings erweckte den Widerstand einer Handvoll Gegenaktivisten. Samstagmittag hatte sich die Tierrechtsorganisation Peta zur Demonstration gegen die Reptilienbörse angekündigt. Gekommen waren fünf Aktivisten, die vor den Toren der Messehalle standen. Eine Ausstellerin fühlt sich verkannt: "Generell gehört Tierschutz schon kontrolliert, aber das hier hat mit Tierschutz nichts zu tun. Die Leute, die auf der Börse ihre Tiere anbieten, sind in der Regel private Züchter. Diese Menschen gehen sicher liebevoller mit ihren Tieren um, als mancher große Zoohandel." Die Peta-Aktivisten wollten nach eigenen Angaben vor Ort lediglich Denkanstöße liefern und auf eine artgerechte Haltung aufmerksam machen. Zudem protestierten sie gegen die genehmigte Dauer der Börse über drei Tage.

Die zuständigen Kontrolleure des Veterinäramts waren laut Landratsamt am Freitagvormittag vor Ort und nahmen die Einhaltung der Schutzrichtlinien in Augenschein: "Bei den wenigen Beanstandungen handelte es sich um Unachtsamkeiten, die direkt behoben werden konnten. Zum Beispiel fehlten Hinweisschilder oder ausreichender Sichtschutz bei den Terrarien."

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