OB Vöhringer feiert seinen 50. Geburtstag: Ein Festtag mal ganz ohne Termine

150 Gäste gratulierten Sindelfingens OB Bernd Vöhringer zum Fünfzigsten - Gangl: "Der richtige Mann an der richtigen Stelle"

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G'scheit war Sindelfingens OB schon, bevor er mit 40 ins "Schwabenalter" geraten ist. Seit diesem Mittwoch hat Bernd Vöhringer auch die 5 vorm Lebensalter. Anlass für einen kleinen Empfang der Stadtspitze, dem 150 Gäste ins Rathaus-Foyer folgten. Sie ließen den Jubilar hochleben.

Artikel vom 24. Oktober 2018 - 17:18

Von Siegfried Dannecker

SINDELFINGEN. Was geht in einem Mann vor, der gewohnt ist, Schlips und Amtskette zu tragen und andere zu ehren, wenn er selbst der Geehrte ist? Schwer zu sagen. Bernd Vöhringer saß am Mittwoch ein bisschen wie ein Schülerbub auf einer der Bierbänke und ließ die Reden über sich ergehen. Aufrecht sitzend wie ein Pennäler. Aber mit einem Gesichtsausdruck, der durchaus erkennen ließ: Er fand das, was über ihn gesagt worden ist, gewiss schmeichelnd. Zum Beispiel die Worte seines Ersten Bürgermeisters. "Du bist genau der richtige Mann an der richtigen Stelle", sagte Christian Gangl über seinen Chef. Der sei Vordenker, Manager und Ideengeber, Kümmerer und ein OB mit Bürgernähe. Seine Markenzeichen seien außerdem ein "ausgeprägtes politisches Gespür und ein scharfer analytischer Verstand".

Nun denn. Eine gute Gesundheit kommt vielleicht noch hinzu. Eh schon. Und bei so vielen "Gesundheitsgrüßen", die bei Handshakes, Umarmungen und Küsschen verabreicht worden sind, kann die "Kuddel" ja nur profitieren. Den Landrat würde es freuen. Der sagte nämlich - für die, die in Hörweite waren -: "Und eine gute Xundheit." Kleine Pause. Dann der Nachsatz: "Damit wir uns auch künftig aneinander reiben können." Kleine Spitze. Zwei Alphatiere haben so ihre Claims.

Gänzlich frei von rhetorischen Spitzen war dagegen die Begleitmusik des Musiklehrer-Ensembles um Markus Nau. Oder auch der Auftritt der 14 Mannen des Liederkranzes, die neben dem Geburtstags-Ständchen und "Lebe, liebe, lache" schwäbisch dichteten: "I hann a durschtig's Gürgele/des muss was B'sonders sai/drom schlotz i gern a Viertele/vom Württemberger Wai."

Ob das der Leidenschaft Vöhringers für gute Lokalitäten galt - Speis und Trank, gelegentlich, aber gut -, wer weiß. Akustisch kamen die musikalischen Beiträge bestens in der Halle mit dem Nachhall. Was die Sprachverständlichkeit via Wandlautsprechern anlangt, hat Sindelfingen freilich nicht den sonst so vielbeschworenen Sindelfinger Standard. Nicht nur Ältere bekundeten, sie hätten von den Wortbeiträgen (so gut wie) nichts verstanden. Vielleicht bessert da ja mal jemand endlich nach.

Nichts nachzubessern, weil bestens geübt, gab's an der Performance der sympathischsten Geburtstagsgäste - 50 Hosenmätze zwischen drei und sechs Jahren aus den Kitas Innerer Bühl in Darmsheim und Weimarer Straße auf dem Goldberg. Die Dreikäsehochs sangen dem OB "viel Glück und viel Segen" und den Lokal-Hit schlechthin, das Sindelfingen-Lied, in dem es heißt: "Wir leben gern in dieser Stadt, die ein Herz für Kinder hat."

Bernd Vöhringer schien ergriffen und dachte vermutlich auch an seinen eigenen Sohnemann - Raphael, der vor Kurzem drei geworden ist und mittlerweile in die Ecole maternelle geht, die französische Form der Vorschule.

Um 4 zum Kaffee bei der Familie

Mutterstolz auch bei Anna Vöhringer, die sich mit ihrer Tochter und Ehemann Manfred die Zeremonie aus sicherer Distanz betrachtete. Über ihren Sohn bekam sie aus dem Munde von CDU-Gemeinderats-Fraktionschef Walter Arnold zu hören, dass der Bernd schon 1997 als Junggemeinderat nicht nur durch sein Laptop aufgefallen sei. Sondern durch seine ruhige und besonnene Art, Fleiß und Zielstrebigkeit. Im Jahr 2000 zog sich Vöhringer. der promovierte Wirtschaftswissenschaftler, aus der Kommunalpolitik zurück - und kehrte 2001 nach der OB-Wahl als Kommunenoberhaupt wieder, das er in dritter Amtszeit seit 17 Jahren ist. Damals, mit 33, war Vöhringer jüngster OB in Deutschland.

Wenn der 50-Jährige am Mittwoch noch Termine absolviert hätte - es hätte niemanden gewundert. Tatsächlich aber hat er sich ausnahmsweise mal (komplett) frei genommen. "Um 4 ist er bei uns zum Kaffee", lächelte seine Frau Mama.

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