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Diebsbachkarren-See abgefischt: Neues Zuhause für Zander & Co.

Wegen Routineüberprüfung des Beckens: Der Angelsportverein Sindelfingen hat am Samstag den Diebskarrenbachsee abgefischt

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Letztes Jahr hat der Angelsportverein Sindelfingen schon den Eisweiher abgefischt, damit er saniert werden konnte. Nun haben die ASVler auch den Diebskarrenbachsee an der alten B 14 vom Schuppengetier befreit, damit das Regenrückhaltebecken auf mögliche Schäden hin inspiziert werden kann.

Artikel vom 23. Oktober 2018 - 17:36

Von Siegfried Dannecker

SINDELFINGEN. Großeinsatz für 30 erwachsene Angler(innen) und 15 aus der ASV-Jugendgruppe am Samstagmorgen. Von 8 Uhr in der nebligen Früh bis zum Mittag waren die 45 Petrijünger damit beschäftigt, den Fischbestand in dem gleichzeitig abgelassenen Becken zu retten. Was gelungen ist. 750 Kilogramm Karpfen, Hechte, Zander und Weißfische wurden von den Vereinsmitgliedern per Kescher abgeschöpft.

Die Kiemenatmer wurden sodann je nach Art sortiert und in speziellen Behältnissen auf Transportfahrzeugen der Stadt zu umliegenden Gewässern gebracht. Vor allem zum jüngst wiedereröffneten Eisweiher. Der Teich in der Goldbach-Aue ist wieder reichlich mit Wasser gefüllt "und auch seine Wasserqualität ist wieder gut", sagt Ralf Schick. Ein Großteil der Karpfen könne jetzt wieder im Eisweiher gründeln. Hechte und Zander dagegen, weitaus empfindlicher gegenüber Umzugsstress, tummeln sich ab sofort gleich nebenan zum Diebskarrenbachsee - im oberen Hinterlinger See.

Für die Fische ist der Wohnungswechsel relativ stressfrei

Da alle Seen "in derselben Wasserkette" liegen und die Fischarten in all diesen Gewässern ungefähr gleich seien, sei der Umzug für die Fischarten im Grunde kein Problem, so Ralf Schick. Die Tiere gewöhnten sich in ihrem neuen Domizil binnen ein, zwei Tagen ein, sagt der ASV-Pressewart. Ein paar wenige der Zander, die sich "angeschlagen" zeigten, endeten in der Pfanne, als "Filet vom Feinsten und ohne Gräten", wie Ralf Schick schmunzelt.

Kapitale Fänge waren am Samstag nicht unter den geretteten Tieren (obwohl Karpfen bei natürlicher Futterquelle gut und gerne 50 Jahre alt und einen Meter lang werden können). Dafür fanden die ASVler nach dem Ablassen des Wassers Dinge, die in Gewässern nichts verloren haben: Flaschen, Schrott und Abfall, leere Geldkassetten und sogar einen Tresor. Der zeigte Spuren eines versuchten Aufbruchs, war aber nicht geknackt. Nun wird sich die Polizei, die ihn barg, mit dem Inhalt befassen und versuchen, seinen Besitzer zu ermitteln. Gerhard Hollenweger, als Böblinger Kripobeamter für Einbruchsprävention zuständig, hatte seine Kollegen rasch vor Ort.

ASV-Vorsitzender Roland Narr und Gewässerwart Markus Hollenweger koordinierten mit Unterstützung des Landesfischerei-Verbandsvorsitzenden Hubert Wnuck das Entleeren des Sees. Daniel Hartmann, Betriebsbeauftragter des Wasserverbands Schwippe, schaute aufmerksam zu. "Dabei war es besonders wichtig, die abfließende Wassermenge so zu steuern, dass die Fische rechtzeitig entnommen werden konnten, bevor der See trocken lag", berichtet Ralf Schick: "Mit Unterstützung durch die Feuerwehr konnten zusätzlich Wasser durch den Ablauf gepumpt und die Fische auf der anderen Seite abgefischt werden." Das Niedrigwasser gab der ASV-Jugend anschließend Gelegenheit, sich den noch im See befindlichen Teichmuscheln zu widmen. Auch die wurden umgesetzt.

Die Inspektion des Hochwasserrückhalterbeckens ist gesetzlich vorgeschrieben - in regelmäßigen Abständen. Die letzte große Inspektion datiert auf das Jahr 1997. Nun wird das gesamte Bauwerk inklusive der Schieber und technischen Installationen auf eventuelle Schäden untersucht. Inwiefern Schlamm-Sedimente des Biotops ausgebaggert werden müssen, wird ebenfalls überprüft. Der Wasserverband warnt ausdrücklich vor einem Betreten des abgelaufenen Sees. Durch Einsinken in den Schlamm bestehe Lebensgefahr!

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