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Sindelfinger Martinsfinkenchor führt Arfika-Musical auf

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    Tiere aller Art drängten sich auf der Bühne beim Musical "Kwela, Kwela!" Foto: Ruchay-Chiodi

Artikel vom 15. Oktober 2018 - 16:00

Von Anne Abelein

SINDELFINGEN. Fröhlich tiriliert haben die Martinsfinken der Stiftskirche. Der Kinderchor setzte im Stiftshof das Musical "Kwela, Kwela!" in Szene und die kleinen Sängerinnen und Sänger verkörperten Tiere. ie Geschichte drehte sich um Wassernot in Afrika. Ein Teil der Spenden kommt Oxfam zugute.

In einem Zoo wähnten sich die Besucher des Musicals "Kwela, Kwela". Die Löwenkönigin hatte eine Konferenz der Tiere einberufen. Vor einer von Werner Stoll gestalteten Kulisse mit Hügelzügen in Gelb- und Brauntönen und blauem Himmel versammelt sich ein halber Safari-Park von geschminkten und kostümierten Kindern zwischen sechs und zehn. So viele unterschiedliche Tiere auf einem Haufen - das geht natürlich nicht ohne Komplikationen ab. "Wir möchten die Krokodile noch einmal daran erinnern, dass das Fressen von Teilnehmern während der Konferenz verboten ist", heißt es deshalb in einer Durchsage.

Als Ruhe einkehrt, kommt die Königin mit ihrer prächtigen Löwenmähne zur Sache: Seit vielen Monaten herrscht in der Steppe Wassernot. Die Tiere unterstreichen gesanglich die Entbehrung. Ob jemand eine Idee hat, um der Misere abzuhelfen? Vorschläge wie Auswandern verwerfen die Tiere. Auch der Tipp, das Orakel zu befragen, stößt auf Skepsis, denn dem ist offenbar die Hitze zu Kopf gestiegen. "Es hat mir geraten, mir mit einer Bratpfanne auf den Kopf zu hauen", klagte ein verliebtes Zebra, das unbedingt die Stute mit den heißesten Streifen Afrikas beeindrucken will. Der Tierchor besingt das durchgeknallte Orakel.

Ein halbes Jahr Probenzeit - Viele Erwachsene packen mit an

Mangels Alternativen beschließt er aber trotzdem, es zu Rate zu ziehen. Wie sich herausstellt, besteht das Orakel aus einem alten Stiefel - dem einzigen Überbleibsel eines weißen Jägers, der vor langer Zeit die Steppe heimgesucht hat. Der Ratschlag des Orakels klingt gar nicht abwegig: Die Tiere sollen ein tiefes Loch graben, um Wasser zu finden. Sie machen sich an die Arbeit - und Hoffnung keimt auf. Nur der künstlerisch veranlagte Hase mit seiner Flöte will nicht mitgraben. Die Löwenkönigin droht mit dem Entzug der Wasserration.

Die Musical-Vorlage für "Kwela, Kwela!" stammt von Andreas Schmittberger und ist eine Art Mischung aus Erich Kästners "Konferenz der Tiere" und Leo Lionnis Bilderbuchklassiker "Frederick". "Die Musik muss stimmen und die Geschichte kindgerecht sein", begründet Gisela Bergdolt, die musikalische Leiterin, ihre Wahl. "Kwela" bezeichnet die afrikanische Flöte. Ein Projektorchester unterstützt die jungen Sänger.

Die Theaterpädagogin Annette von der Mülbe hat vor einem halben Jahr begonnen, das Musical mit den Kindern einzustudieren. Bei den Proben unterstützt haben sie ihr Vater Ulrich von der Mülbe und Elisabeth Geywitz. Eine Menge Mütter haben beim Schminken und Kuchenbacken geholfen. Damit alle Kinder einen Part erhalten, hat von der Mülbe einfach mehr Rollen verteilt. Es drängen sich nun putzig kostümierte Zebras, Äffchen, kunterbunte Papageien, ein Elefant, ein Marabu und Erdmännchen auf der Bühne.

Das Schicksal ist den Tieren hold: Sie stoßen tatsächlich auf Wasser. Doch die Freude währt nur kurz, denn es kommt auf geheimnisvolle Art und Weise nachts wieder abhanden. Die zur Wache abkommandierten maulenden Tiere können gegen die Diebe nichts ausrichten. Immerhin wissen sie nun, mit wem sie es zu tun haben: Als sich stimmungsvoll dunkelblaue Dämmerung über die Bühne senkt, schweben auf einmal kleine, weiß gewandete Gestalten herein - die gespenstischen Totenkopfäffchen, die sich schadenfroh über das Wasser hermachen. Doch abermals hilft den Tieren das Orakel: "Lasst den Hasen wachen", meint der weise Stiefel. Sie befolgen den rätselhaften Ratschlag. Und tatsächlich kommt der Hase nächtens dem Grund des rätselhaften Treibens auf die Spur: Den Gespenstern ist schlicht langweilig. Deshalb unterhält der Hase sie nun einfach Nacht für Nacht mit nostalgischen Melodien, in die sie frohgemut einstimmen. Mit einer Polonaise und einem Abschiedssong, den die amüsierten Zuschauer kräftig klatschend unterstützen, verabschieden sich die Martinsfinken.

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