English Drama Group des GGS feiert heute Premiere

Truppe des Goldberg-Gymnasiums Sindelfingen spielt "Biedermann and the Fire-Raisers"

  • img
    Die GGS-Truppe bei der Aufführung von "Did Someone Say Murder" (2014) / Foto: red

Artikel vom 05. Oktober 2018 - 10:57

SINDELFINGEN (red). Die Drama Group des Goldberg-Gymnasiums Sindelfingen (GGS) inszeniert "Biedermann and the Fire-Raisers". Es ist nach "Did Someone Say Murder" (2014) und "One Flew Over The Cuckoo's Nest remixed" (2016) ihre dritte Produktion in englischer Sprache. Die englische Version von Max Frischs "Biedermann und die Brandstifter" feiert heute um 19.30 Uhr in der Aula der Schule Premiere. Nach einigen Vorführungen in Sindelfingen tourt die Drama Group vom 24. Oktober bis 10. November mit dem Stück durch die USA und führt es unter anderem mach Chicago.

Max Frisch hat das "Lehrstück ohne Lehre" geschrieben, um zu erklären, wie politischer Extremismus im Allgemeinen entsteht. Von welchen Ängsten und Emotionen lassen sich Menschen leiten, wer hat die Deutungshoheit, der sie sich anschließen? Frisch hat in seinen Tagebüchern reflektiert, wie problematisch es sein kann, sich unabhängig vom Kontext ein Bildnis zu machen. Dieses Leitmotiv zeigt sich auch in seinen Romanen "Stiller" und "Homo Faber".

Die Drama Group des GGS möchte das deutsche und europäische Theater in die USA transferieren. Besonders zwei Prinzipien liegen den Ensemble-Mitgliedern auf ihrer Drama-Tour an diversen High-Schools am Herzen: Gesellschaftskritik und die Aktualisierung des Werks.

Bei den Theaterreisen 2014 und 2016 ist die Drama Group in den USA auf einen doch sehr begrenzten Kanon an Stücken gestoßen, die überwiegend klassisch in Text, Bühne und Kostüm inszeniert werden und auf moderne Mittel wie musikalische und textliche Ergänzungen verzichten und denen Video-Projektionen oft fremd sind.

Wie würden wir anstelle von Biedermann handeln?

Hinzu kommt die Tatsache, dass dort viele Stücke thematisch tabu sind für eine Schulaufführung und oft nur Musicals gezeigt werden, die frei sind von politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. "So erklärt sich, warum wir in diesem Jahr einen deutschen Klassiker in einer Übersetzung auf die Bühne bringen und nicht einen amerikanischen oder britischen Autor gewählt haben", heißt es von Seiten der Gruppe.

Im Zentrum des Dramas steht der Haarwasserfabrikant Gottlieb Biedermann, der einerseits versucht, ein guter Ehemann und rechtschaffener Bürger zu sein, andererseits als Kapitalist rücksichtslos gegenüber seinen Angestellten agiert. Doch in der Stadt treibt eine Bande von Brandstiftern ihr Unwesen - und genau diese Brandstifter stehen plötzlich vor Biedermanns Türe.

Die Inszenierung basiert auf Alistair Beatons Übersetzung von Frischs Textvorlage und ergänzt sie durch das Ehepaar Knechtling, das im Original nur als stumme Rolle angelegt ist. "Es ist gewollt", so die Drama Group, "dass wir uns immer wieder fragen, wie wir Biedermann beurteilen. Wie würden wir an seiner Stelle handeln?"

 

  Nach der Premiere am Freitag, 5. Oktober finden weitere Vorstellungen am GGS am 11., 12. und 13. Oktober, jeweils um 19.30 Uhr, statt, zudem im Rahmen von MUNOG (Model United Nations of Goldberg) am Montag, 22. Oktober, um 17.30 Uhr. Reservierung unter der Mail-Adresse Wa@Goldberg-gymnasium.de oder beim Sekretariat, Telefon (0 70 31) 95 74-0.
Verwandte Artikel