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Junge Debattierer glänzen mit Wissen

Schüler des Technischen Gymnasiums der Gottlieb-Daimler-Schule 1 nahmen an einem Jugendkongress im Landtag teil

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    Am Jugendkongress im Landtag nahmen Schüler des Technischen Gymnasiums der Gottlieb-Daimler-Schule 1 teil. Am Rednerpult steht Sindelfingens Oberbürgermeister Bernd Vöhringer Foto: red
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Zwei Klassen des Technischen Gymnasiums der Gottlieb-Daimler-Schule 1 debattierten bei einem Jugendkongress im Landtag über das Thema "Demokratie von unten - aktuelle Herausforderungen und Lösungen".

Artikel vom 29. September 2018 - 18:00

SINDELFINGEN/STUTTGART (red). Zum zweiten Mal beteiligten sich GDS-1-Schüler an diesem Jugendkongress. Zusammen mit zwei Gymnasialklassen aus Ellwangen und Ulm und weiteren Jugendlichen aus Baden-Württemberg arbeiteten die Sindelfinger Schüler zwei Tage am Themenkomplex "Demokratie von unten". Organisiert wurde der zweite Jugendkongress von Lara Popovic - mit Unterstützung eines Helferteams und des Vereins Junge Europäer JEF Baden-Württemberg.

Nach einer Einführung in die Thematik und die Arbeitsweise des Europarats erarbeiteten die Schüler Stellungnahmen und Redebeiträge zu den Themen der drei Debatten des zweiten Tages. In diesem Jahr ging es um den Kampf gegen Rassismus, Hilfe für Straßenkinder und E-Demokratie, drei Themen, zu denen reale Resolutionen des Europarates existieren. Am zweiten Tag simulierten die Jugendlichen im Plenarsaal des Landtags eine Sitzung des Europarats. Die Schüler nahmen die Rolle der Vertreter der Mitgliedsstaaten des Europarats ein.

Dass die Jugendlichen auf den Plätzen der Landtagsabgeordneten saßen, schuf eine ernsthafte, authentische Atmosphäre, heißt es in einem Bericht der GDS 1. Landtagspräsidentin Muhterem Aras begrüßte die Schüler mit einem leidenschaftlichen Statement für Demokratie und Europa und ermunterte sie, sich politisch zu engagieren, was die Jugendlichen sichtlich beeindruckte.

Vorgestellt wurden die Resolutionen, die zur Abstimmung standen, unter anderem vom baden-württembergischen Landtagsabgeordneten Josef Frey und Sören Schumacher, Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, beide Delegierte des Kongresses der Gemeinden und Regionen im Europarat. Für die Sindelfinger war der Beitrag von Oberbürgermeister Bernd Vöhringer besonders interessant, der derzeit Vorsitzender eben dieser deutschen Delegation ist. Vöhringer berichtete von seiner Arbeit im Europarat und seiner Rolle als Vorsitzender. Dabei legte er dar, wie die Kommunen Europas sich in die Arbeit des Europarats einbringen können, und erläuterte, dass für die demokratischen Prozesse in Europa die Stimme der Kommunen wichtig sei. Er machte auch auf die Schwierigkeiten mit einzelnen Mitgliedstaaten aufmerksam, die von demokratischen Standards abweichen. In den Debatten beeindruckten die Schüler durch kenntnisreiche, wohlüberlegte und engagierte Beiträge. Sie zitierten Martin Luther King, forderten für alle in Europa lebenden Menschen das gleiche Recht auf ein glückliches Leben, hielten Reden für das Wohl von Straßenkindern und entwickelten Ideen für neuen Formen von demokratischer Teilhabe. Auch wurden die Problematik

Heitere Momente bei aller Ernsthaftigkeit

eines Europas der unterschiedlichen Geschwindigkeiten sowie die Schwierigkeiten erörtert, die von den großen strukturellen Unterschieden in Europa herrühren. Beeindruckt haben die Teilnehmenden auch mit ihren Kenntnissen über die Besonderheiten der Mitgliedsstaaten, die sie in die Debatte einbrachten. Unterschiedliche Positionen etwa in der Flüchtlingspolitik wurden aufgegriffen. Häufig wurde Bezug genommen zu aktuellen Entwicklungen in Europa, besonders zu Ereignissen in Deutschland. Auch wurde die Begrenztheit der Möglichkeiten und der Wirksamkeit des Europarats thematisiert, gleichwohl wurden die Notwendigkeit dieser Arbeit sowie die Bedeutung dieser Institution deutlich. Die Teilnehmenden an diesem Jugendkongress konnten die besonderen Arbeitsweise von Parlamenten einüben. Sie mussten strikte Redezeiten einhalten, entscheiden, ob Zwischenfragen zugelassen werden. Komplexe Vorgehensweisen wie die Unterscheidung von Zustimmung zur Resolution und zur Empfehlung konnten die Jugendlichen nachvollziehen.

Bei aller Ernsthaftigkeit gab es auch Anlass zur Heiterkeit, wenn beispielsweise der russische Delegierte gefragt wurde, ob er mit der geforderten Einführung einer Alkoholsteuer plane, den Staat zu destabilisieren. Die Jugendlichen gingen auch mit den Beiträgen ihrer Kollegen kritisch um, hinterfragten sie und ermahnten sich gegenseitig, sich präzise auf die vorgegebenen Themen zu beziehen und nicht abzuschweifen. Dies brachte ihnen auch das Lob der Profis aus den Parlamenten ein.

"Die Schüler werden ab jetzt Bilder und Berichte aus dem Landtag sicher anders wahrnehmen. Mit Berichten aus dem und über den Europarat werden sie ihre Erfahrungen aus dem Projekt verbinden", heißt es abschließend. "Politische Bildung wurde hier erlebbar gemacht und ist eine sinnvolle Unterstützung zum Formen eines politischen Bewusstseins."

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