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Die Geschichte der Villa Wittmann

"Kultur am Stift" und Stadt Sindelfingen laden ein

Artikel vom 17. September 2018 - 17:18

SINDELFINGEN (red). Sie haben sich unter anderem aus Berlin, München und Ulm angemeldet: Nachkommen der Familie Wittmann, deren 1906 am damaligen Stadtrand Sindelfingens erbaute Villa das Thema einer Abendveranstaltung am Mittwoch, 19. September, bildet. Mit diesem vom bekannten Architekten Georg Bürkle erbauten Gebäude, am heutigen Calwer Bogen gelegen, besaß Sindelfingen seine einzige großbürgerliche Villa, ergänzt von einem parkähnlichen Garten.

Erwin Wittmann war seit 1904 Mitbesitzer und Geschäftsführer der Jacquardweberei Zweigart & Sawitzki und brachte auch mit seiner in Buenos Aires geborenen, aus einer Hugenottenfamilie stammenden Frau Anita internationales Flair nach Sindelfingen. Auffällig für alle ist auch das große lateinische Zitat an der Hauswand zur Bachstraße hin.

In der Veranstaltung soll erzählt werden, wie nach einem friedlichen und kulturbetonten Anfang schicksalhafte und politische Entwicklungen des 20. Jahrhunderts die Hoffnung auf ein sorgenfreies Leben zunichte machten. Die unterschiedlichen Nutzungen der Villa, die heute Kindervilla Wittmann heißt und die viele Sindelfinger als Wilhelminenheim kennen, spiegeln dies wider. Dass auch die Geschichte des Dritten Reichs in das Familienschicksal mit hineinspielte, gibt dem Geschehen um diese Villa auch eine tragische Komponente.

Neben der Information über diese in Sindelfingen einzigartige Villa bieten die Veranstalter, die Initiative "Kultur am Stift" und das Kulturamt der Stadt, mit diesem Abend den Nachkommen der Familie Wittmann erstmals einen Treffpunkt direkt an der Villa. Der dort gelegene Pavillon (Calwer Straße 39) bietet am Mittwoch um 19 Uhr den Rahmen für dieses Ereignis. Die Veranstalter bitten die Gäste, den großen Parkplatz am Floschenstadion zu nutzen.

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