Handwerkskunst und Kulturprogramm

Am Wochenende findet in der Sindelfinger Altstadt der 33. Handwerkermarkt statt

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Offiziell ist es der 33. Handwerkermarkt, der am Wochenende in den Gassen der Sindelfinger Altstadt stattfindet. Tatsächlich müsste er der 34. sein, lockten Textil- und andere Handwerker doch erstmals 1986 Kaufwillige und Neugierige in das historische Ambiente. 15 der 78 Marktbeschicker kommen erstmals nach Sindelfingen.

Artikel vom 07. Juni 2018 - 13:18

Von Werner Held

SINDELFINGEN. 1986 rief der Verein Die Weber, in dem sich eine Gruppe von Handwebern und Freunde der Sindelfinger Webertradi-tion zusammengefunden hatten, den Handwerkermarkt ins Leben. Am 31. Mai und 1. Juni 1985 bauten 30 Handwerker in der Kurzen Gasse ihre Stände auf. Die meisten von ihnen stellten textile Produkte her. Mit dem Markt, erzählen Dr. Martin Hein und seine Frau Ursula Bäumler-Hein, die schon bald zum Organisationsteam gehörten, versuchten die Handweber, sich und ihre Produkte in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und die Erinnerung an die Vergangenheit Sindelfingens als Weberstadt wachzuhalten. Als der Markt als Marketingmaßnahme nicht mehr notwendig schien, wollten ihn "Die Weber" aufgeben. Die Heins sahen das anders und übernahmen 1995 die Organisation des Events. Seit einigen Jahren ist auch Tochter Lisa Hein mit von der Partie.

Seit den 1980er-Jahren ist der Markt gewaltig gewachsen. Um die 80 Standplätze können die Veranstalter in der Kurzen Gasse, der Hinteren Gasse, der Abtsgasse, der Langen Straße und auf dem Schaffhauser Platz bieten. Im Mittelpunkt steht nach wie vor alles, was mit Textilien zu tun hat. Etwa die Hälfte der Stände fallen in diese Kategorie, schätzt Martin Hein. Viele Handwerker sind Stammgäste. Doch die Heins sorgen dafür, dass diejenigen, für die der Besuch des Handwerkermarkts ein Muss ist, auch wieder was Neues zu sehen bekommen. So sind von den 78 Handwerkern, die am Samstag, 9. Juni, von 10 bis 19 Uhr und am Sonntag, 10. Juni, von 11 bis 18 Uhr auf dem Markt sind, 15 erstmals in Sindelfingen. Unter ihnen ist der Messerschmied Bernard Siaud aus Südfrankreich. Er stellt nicht nur Messer her, sondern ist auch als Messer- und Scherenschleifer tätig. Wer möchte, kann am Wochenende Messer und Werkzeuge zum Schleifen bringen. "Der beherrscht jeden Schliff", sagt Martin Hein über den Mann, auf den er und seine Frau bei einem Frankreich-Urlaub zufällig gestoßen sind.

Frascatelli aus Merklingen bietet im Serenadenhof Jahrmarkttheater

Untrennbar mit dem Handwerkermarkt verbunden ist das kulturelle Beiprogramm. "Ein Markt ohne Musik geht dar nicht", sagt Ursula Bäumler-Hein. Um die Gagen der Künstlerinnen und Künstler finanzieren zu können, bitten die Organisatoren erwachsene Besucher um einen "Kulturbeitrag" von einem Euro. Bei den Musikern ist es wie bei den Handwerkern: Viele treten (fast) jedes Jahr auf. Andere bringen immer wieder neue Facetten ins Marktgeschehen.

Am Samstag, 9. Juni, treten ab 11 Uhr im Halbstundentakt Monica von Silberschatten (Musik mit keltischer Harfe), Sergio Vesely (lateinamerikanische Musik), Backporch (Americana/Folk), Cocktail Vocale (Chor für Pop, Jazz und mehr) und Hit-Tracks (Accoustic Street Soul Pop) auf der Straße auf. Sonntag, 10. Juni, sind ab 11 Uhr Hit-Tracks, Sergio Vesely, Monica von Silberschatten, Rapunzel (Musik auf alten Instrumenten) und Backporch auf der Straße unterwegs. Im Serenadenhof bietet Frascatelli von der Merklinger Zaubermühle mit dem Zauberkarren am Samstag um 14 und um 15.30 Uhr sowie am Sonntag um 13 und um 15 Uhr Jahrmarkttheater. Am Sonntagnachmittag machen die Schlepperfreunde Maichingen und Umgebung dem Handwerkermarkt ihre Aufwartung: Unimogs und Bulldogs tuckern ab 13 Uhr in die Lange Straße.

 

  Weitere Infos über den Sindelfinger Handwerkermarkt mit einer Liste der Marktleute und dem detaillierten Kulturprogramm gibt es im Internet unter http://www.sindelfinger-handwerkermarkt.de. Der Markt ist am Samstag von 10 bis 19 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
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