Bombendrohung im Breuningerland

Einkaufszentrum im Sindelfinger Osten musste am Donnerstagnachmittag evakuiert werden - Polizei fand keinen Sprengstoff

Ein plötzliches Ende nahm für viele Kunden des Breuningerlands Sindelfingen am Donnerstagnachmittag die Shopping-Tour: Wegen einer Bombendrohung wurde der Konsumtempel geräumt. Um 18.10 durfte das Center wieder betreten werden. Eine Bombe fanden die Einsatzkräfte nicht.

Artikel vom 03. Mai 2018 - 19:24

Von Werner Held

SINDELFINGEN. Gegen 14.10 Uhr ging beim Breuningerland ein Anruf ein. Ein Mann, möglicherweise auch eine Frau, sprach gegenüber dem Einkaufszentrum eine Bombendrohung aus, teilte die Polizei mit. Das löste einen Großeinsatz der Rettungskräfte aus. Das Centermanagement bat Kunden und Mitarbeiter, das Haus "wegen einer Betriebsstörung" zügig, aber ohne Hektik zu verlassen. Die meisten Kunden traten den Heimweg an. Eine Stunde nach der Evakuierung waren die Parkplätze rund um das Center ziemlich leergefegt.

Die Mitarbeiter sammelten sich auf dem Parkplatz südlich des Breuningerlands. Ihnen war gesagt worden, dass das Center mindestens bis 18 Uhr geräumt bleiben werde. Die meisten nahmen den Vorfall gelassen. "Wenigstens ist es nicht so arschkalt, wie im Januar vor fünf Jahren, als wir wegen eines Brands rausmussten", sagte einer.

Um 16.15 Uhr waren das Einkaufszentrum und das benachbarte McDonald's-Schnellrestaurant vollständig geräumt. Die Polizei schätzt, dass 2000 bis 3000 Menschen von der Evakuierung betroffen waren. Breuninger-Mitarbeiter postierten sich in Warnwesten vor allen Eingängen, um zu verhindern, dass Menschen das Center betraten. Die Polizei sperrte alle Zufahrten zum Breuningerland-Gelände ab. Dass alle Kunden auf einmal abfuhren und andere, die nach Arbeitsschluss noch einen Bummel unternehmen wollten, abgewiesen wurden, führte auf den Straßen im Sindelfinger Osten zu Staus über den üblichen Feierabendverkehr hinaus. Stundenlang kreiste ein Hubschrauber über der Oststadt. "Die Kollegen haben die Aufgabe, die Abwanderung der Leute und den Verkehr zu beobachten", hieß es im Lagezentrum des Polizeipräsidiums Ludwigsburg.

Polizisten durchsuchten mit Sprengstoffhunden den gesamten Gebäudekomplex. Um 18 Uhr war der Einsatz beendet. Einen verdächtigen Gegenstand entdeckten die Einsatzkräfte nicht. Um 18.10 Uhr wurde das Breuningerland wieder für den Kundenverkehr geöffnet.

Am 26. August 2011 war das Breuningerland Sindelfingen schon einmal Opfer einer Bombendrohung. Sie ging so früh in der Unternehmenszentrale ein, dass noch keine Kunden im Haus waren. Auch damals wurde bei der Durchsuchung des Objekts mit Sprengstoffspürhunden nichts Bedrohliches gefunden.

Am 3. Januar 2013 musste das Einkaufszentrum an der Sindelfinger Peripherie ebenfalls evakuiert werden. Damals brannte ein Schaltschrank im Untergeschoss des Breuningerland-Turms wegen eines technischen Defekts. Der Qualm zog in die Verkaufsebenen. Zudem fiel die Stromversorgung aus. Etwa 5000 Menschen mussten das Haus verlassen.

Fotos: SDMG / Dettenmeyer

Verwandte Artikel