Kran wuchtet Kernspintomograph in die Höhe

Ein 4,6 Tonnen schwerer Magnet wurde am gestrigen Montag in eine radiologische Praxis gehievt - Betrieb eingeschränkt

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    Heikles Manöver: Der 4,6 Tonnen schwere Tomograph schwebt ein Foto: SDMG/Dettenmeyer

Artikel vom 09. April 2018 - 20:13

Von Jan-Philipp Schlecht

SINDELFINGEN. Eine nicht ganz alltägliche Aktion vollbrachte am Montag die radiologische Gemeinschaftspraxis Klier, Hofbauer und Danz in der Tilsiter Straße in Sindelfingen. Mithilfe eines Krans wurde der erste von zwei Kernspintomographen ins Gebäude gehoben. Das Gerät der Marke Siemens, das rund 4,6 Tonnen wiegt, wurde von Spezialfirmen von außen durch die Fassade nach innen gehievt. "Die Anschaffung war notwendig geworden, da das Vorgängergerät nach 19 Dienstjahren am Ende seines Lebenszyklus angelangt war. Der Hersteller liefert weder Ersatzteile noch Service, deshalb mussten wir reagieren", sagt der Radiologe Michael Hofbauer von der gleichnamigen Praxis. Er und die beiden anderen selbstständigen Röntgenärzte haben zwei solcher Tomographen in Betrieb, mit denen sich Schnittbilder des menschlichen Gewebes oder von Organen anfertigen lassen.

Rotierende Magneten erzeugen ein Magnetfeld, auf das Atome im menschlichen Körper reagieren, wodurch ein bildgebendes Verfahren möglich wird. So lassen sich krankhafte Veränderungen im Gewebe dreidimensional darstellen und diagnostizieren.

"Die Investition für die beiden neuen Geräte bewegt sich im Bereich von vier Millionen Euro", sagt Hofbauer. Mit den neuen Tomographen könne man zum einen das gesamte Spektrum der Radiologie anbieten, zum anderen sei der Stromverbrauch wesentlich geringer. Wie die Vorgängergeräte auch werden die Magneten des Tomographen mit Helium gekühlt. "Bei den alten Modellen ist aber immer wieder Helium entwichen, was ebenfalls Kosten verursacht hat", sagt Hofbauer. Die neuen Maschinen verlieren kein Helium mehr.

Magnete erzeugen erheblichen Lärm

Erneuert werden muss auch die Statik am Gebäude sowie der sogenannte Käfig, der den Rest der Praxis vor den Röntgenstrahlen der Geräte abschirmt. "Außerdem mussten wir bei der Schallisolierung nachbessern", sagt Hofbauer. Die rotierenden Magneten verursachen durch ihre hohe Masse einen erheblichen Lärm. Außerdem haben sich die Anforderungen an den Brandschutz in den vergangenen Jahren erhöht, weshalb eine Reihe baulicher Maßnahmen notwendig wurde. Das zweite Gerät soll in sechs Wochen eingebaut werden.