Mit Hand am Arm die Berufswelt erkunden

200 Renninger Schüler entdecken an verschiedenen Stationen ihre manchmal verborgenen Talente

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    Melih Simsek vom Leistungszentrum der Stuckateure in Leonberg lässt die Schüler mit Farbe und Krepppapier sich ausprobieren Fotos: Weigert

Artikel vom 12. März 2019 - 18:00

Von Matthias Weigert

RENNINGEN. Was will ich werden? Die Auswahl an Berufen ist riesig. Und die Antwort fällt vielen Jugendlichen deshalb schwer. Was will und kann ich tun? Diese Antwort fällt vielen Jugendlichen im direkten Erleben schon leichter in der Renninger Stegwiesenhalle. Rund 200 Schüler der Klassenstufe 8 aus Werkreal- und Realschule sowie Gymnasium erkunden dort seit Dienstag ihre Fähigkeiten und Interessen.

Wohin soll es für mich beruflich nach der Schule gehen? Bin ich eher der handwerkliche oder der technische Typ? Mag ich es, andere Menschen zu beraten oder Hilfebedürftigen zur Seite zu stehen? Das sind Fragen, die Melissa Sauter von "World Skills Germany" oft hört in diesen Tagen in der Renninger Stegwiesenhalle. Denn den Schülerinnen und Schülern der achten Klasse bleibt nicht mehr viel Zeit, um herauszufinden, was ihnen liegt, wo sie selbst ihre Kompetenzen sehen. Nach der erfolgreichen Premiere 2017 unterstützt "World Skills Germany" zum dritten Mal in Folge Jugendliche aus Renningen dabei, sich auf praktische Weise über ganz unterschiedliche Berufe zu informieren.

"Entdecke Deine Talente" ist eine Initiative von "World Skills Germany" im engen Zusammenwirken mit dem baden-württembergischen Ministerium für Kultus, Jugend und Sport und dem Staatlichen Schul-amt Böblingen sowie der Bürgerstiftung Renningen und der Agentur für Arbeit Böblingen.

"Das Selbermachen, das aktive Sich-Ausprobieren, das Erkunden, was kann ich gut und was eher nicht, stehen beim Projekt ,Entdecke Deine Talente' im Mittelpunkt", bringt Thomas Gfrörer seine Eindrücke auf den Punkt. Der Wissenschaftler vom Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen begleitet das Projekt im dritten Jahr, um die Effekte der Talentsuche auf die Ausbildungsplatzsuche zu messen.

Und die Schüler? "Sie bekommen so einen Eindruck, über welche Fähigkeiten und Interessen sie verfügen und ob sie für bestimmte Tätigkeiten geeignet sind - eine nicht unwichtige Voraussetzung für die spätere Berufswahl", umreißt Hans-Joachim Pröchtel, Bildungspolitischer Referent von "World Skills Germany", das Anliegen der Berufsorientierungsmaßnahme. Ziel sei es, frühzeitig und altersgemäß beim Prozess der Berufswahl und -findung zu unterstützen und das über reines Verteilen von Informationsmaterial hinaus, unabhängig von den Berufen und der jeweiligen Schulart.

Ausgehend von den sechs verschiedenen Kompetenzfeldern wie etwa "untersuchend-forschend", "handwerklich-technisch" oder "pädagogisch-helfend" durchlaufen die Schülerinnen und Schüler sechs praktische Arbeitsstationen. Jasmin und Domenica sind gerade am Stand untersuchend-forschend und interessieren sich für das Formen der Hörgeräte mithilfe von 3-D-Druckern.

Nach jeder Station erhalten die Achtklässlerinnen eine persönliche Bewertung sowie berufsspezifische und zielgruppengerechte Informationsunterlagen. Die Schülerinnen und Schüler werden zudem für Praktika in den entsprechenden Kompetenzfeldern und Berufen vorbereitet beziehungsweise sensibilisiert und erhalten mit der Bewertung auch ein entsprechendes Teilnahmezertifikat.

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