Lücken und Hindernisse

Magstadter diskutieren über Förderung des Fahrradverkehrs

Artikel vom 19. Dezember 2018 - 15:18

MAGSTADT (red). Schneiders Lädle war beim Runden Tisch zum Thema Radfahren in Magstadt, zu dem Bürgermeister Florian Glock eingeladen hatte, bis auf den letzten Stehplatz gefüllt. Das Referat hielt Hans-Joachim Jäckel vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Renningen-Rutesheim. Er stellte die Vorzüge des Radfahrens für die Gesundheit, die Fitness und die Umwelt in den Mittelpunkt und zeigte die regionalen Radwege, die durch Magstadt führen. Voraussetzung dafür, dass viele Menschen das Fahrrad als Verkehrsmittel nutzen, seien ein attraktives Angebot an Radwegen, eine gute Beschilderung und Infrastruktur - beispielsweise sichere Abstellplätze oder Fahrradboxen am Bahnhof.

An diese Einführung schloss sich eine lebhafte Diskussion an. Viele Beispiele für Radwege in schlechtem Zustand wurden genannt. Manche Wege sind nicht geteert. Ein funktionierender Räum- und Streudienst für die wichtigsten Radwegachsen in die Nachbargemeinden sowie eine Beleuchtung wurden angeregt. Viele Diskussionsbeiträge beschäftigten sich mit parkenden Autos als Hindernisse für Radfahrer und mit Autofahrern, die keine Rücksicht auf Radler nehmen. Besonders Anwohner der Fichtenstraße beklagten das hohe Verkehrsaufkommen vor ihrer Haustür, obwohl dort viele Kinder zur und von der Schule unterwegs sind. Fahrradfahrer würden riskant überholt, viele Verkehrsteilnehmer würden den schmalen Gehweg als Ausweichfläche nutzen.

Die Fichtenstraße, so die Meinung, brauche dringend eine Entlastung. Deshalb setzen viele darauf, dass der Bau der Osttangente nun schnell vorankommt. Denn nur auf der Osttangente könnten Autofahrer von den Buchen zum Gewerbegebiet Ost kommen, ohne die Straßen der Wohngebiete oder den Ortskern befahren zu müssen.

Nur die wenigsten können sich daran erinnern, dass im Jahr 2002 Burkhard Seizer von der Ingenieur-Gesellschaft Verkehr ein Radverkehrskonzept erarbeitet hat, das in vielen Teilen auch heute noch Anregungen geben kann. Teil dieses Konzepts ist ein Geh- und Radweg entlang vom Planbach zwischen dem Kinderspielplatz in der Rosenstraße und der Feldbergstraße. Auf ihm könnten die Radfahrer gefahrlos in Ost-West-Richtung den Ort durchqueren.

Warten auf die Umsetzung des Hochwasserschutzkonzepts

Schon damals wurde betont, dass solche Vorschläge erst mit dem Hochwasserschutzkonzept umgesetzt werden können. Dieses liegt seit Jahren vor. Es besteht aus einem Paket von mehreren Maßnahmen und kann nur als Ganzes umgesetzt werden, da nur dann Fördermittel fließen. Zwei wichtige Bestandteile dieses Konzepts sind die Umgestaltung des Planbachs in der Plan-/Neuen Stuttgarter Straße und das Hochwasserrückhaltebecken an der Osttangente.

Die Baumaßnahmen am Marktplatz haben zusätzliche Probleme für die Radfahrer zur Folge, die aber gelöst würden, wenn die Bauarbeiten beendet seien. Dann könnte auch der Radweg entlang der Alten Stuttgarter Straße, den es in Teilen ja schon gibt, vollständig ausgebaut werden.

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